Die wichtigsten Ranking-Faktoren für 2013 – Zwei Studien im Vergleich

Rankingfaktoren 2013 - Zwei Studien im VergleichNichts ist für die SEO-Branche so spannend wie Neuerungen im Ranking-Algorithmus von Google. Da der Suchmaschinengigant diesen Algorithmus aus nachvollziehbaren Gründen streng geheim hält, bleibt nur der Weg der Analyse mit bewährten Methoden, um herauszufinden, was aktuell über die Rankingposition von Websites bei Google entscheidet. Die voneinander unabhängig und fast zeitgleich von Searchmetrics und Netmark veröffentlichten Studien zu den Trends in 2013 liefern interessante Aufschlüsse über die aktuelle Relevanz von Ranking-Faktoren.

Keywords in Domains sind nicht mehr relevant

Mit der kürzlich veröffentlichen Studie von Searchmetrics (Link wurde von Searchmetrics deaktiviert), einem der führenden Anbieter für SEO-Tools war es heraus: Das sind die Trends für 2013, auf die SEOs zukünftig ein Auge werfen müssen. Mithilfe der Spearman-Korrelation ermittelte Searchmetrics wie in den zurückliegenden Jahren für verschiedene Ranking-Faktoren den Rangkorrelationskoeffizienten. Der sperrige Begriff beschreibt nichts anderes als das Verhältnis zwischen einem Ranking-Faktor und der Rankingposition einer Seite beim Suchmaschinenmarktführer. Searchmetrics hat diese Korrelationen auf der Basis von 30.000 verschiedenen Websites für alle Ranking-Faktoren untersucht. Wie bereits im Vorfeld vielfach diskutiert, gab es Änderungen bei der Relevanz von Keywords in Domainnamen. Konnte sich früher derjenige glücklich schätzen, dessen URL/Domain seinem Hauptkeyword, das idealerweise auch mit dem Businessschwerpunkt übereinstimmte, entsprach, so freuen sich jetzt vielleicht andere, die glaubten ohne eine sprechende, selbsterklärende Domain benachteiligt zu sein. Wir gehen davon aus, dass die Herabstufung dieses Ranking-Faktors bei gut rankenden Seiten nicht allzu große Auswirkungen haben wird. Die bislang „privilegierten“ Premium-Domain-Seiten sind sicherlich auch deshalb so gut positioniert, weil sie hochwertigen Content bieten, der nicht nur den Erwartungen der Besucher, sondern auch den Qualitätsanforderungen von Google entspricht. Was sich vielmehr ändern dürfte, sind die Preise von Premium-Domainnamen, die nun unter Druck geraten könnten. Ein Thema, das die Suchmaschinenoptimierer eher weniger, Domaininhaber aber dafür mehr, tangieren dürfte.

Viele Backlinks und guter Content punkten am meisten – Brands nach wie vor stark

Während Keyworddomains an Relevanz verlieren, hat sich bei Brands nicht viel geändert. Nach wie vor nehmen verlinkte Brands in der Google-internen Bewertung eine Sonderstellung ein. Google rankt bekannte Marken automatisch besser. Das hat auch mit den vielen guten Links zu tun aber auch mit Social-Faktoren. Sich darüber zu ärgern ist müßig – dagegen hilft nur, selber eine Marke zu etablieren und populär zu machen. Was Contentvermarkter immer wieder betonen, widerspiegelt sich auch in der Rangliste der Ranking-Faktoren: Guter Content ist und bleibt das A & O für eine gute Platzierung bei Google und die bewährten SEO-Qualitätskriterien behalten allesamt ihre Gültigkeit. Eine gute interne Verlinkung bleibt einer der wichtigsten Faktoren im Rahmen der Onpage-Optimierung. Die Anzahl interner Verlinkungen ist genauso wichtig wie die Anzahl hochwertiger Backlinks. Interessant zu wissen, dass ein Auftreten des Keywords im Backlink weiter an Einfluss verliert. Weiterhin positiv ist, wenn das Keyword in Anchortexten verlinkt wird. Keywords in den Headings haben weniger Gewicht als allgemein angenommen. Die Dachzeile H2 hat eine höhere Priorität als die Headline H1, die mit oder ohne Keyword keine Relevanz fürs Ranking besitzt.

Social-Faktoren gewinnen an Bedeutung

Was ins Auge sticht: der hohe Stellenwert der Social-Faktoren, der sogenannten Social Signals. Vordergründig scheint der Einfluss dieser Faktoren immer wichtiger fürs Ranking bei Google zu werden. Keine Frage, Seiten mit vielen Shares und Likes erzielen vergleichsweise bessere Positionen in den Suchergebnissen. Wer hier genauer hinblickt, erkennt jedoch: Nutzer sozialer Netzwerke teilen Seiten mit gutem und authentischem Content besonders häufig. Es gibt also eine Korrelation zwischen guten Rankings sowie der Zahl und Häufigkeit der Social Signals. Zu dem Thema, ob die Social-Faktoren einen eigenständigen Ranking-Faktor darstellen, gibt es unterschiedliche Meinungen. Die Frage ist: Steigt die Websitepopularität durch viele Shares und Likes in den Social Media oder verstärkt ein gutes Ranking auf Google die Popularität in den sozialen Netzwerken? Hier scheint mir das berühmte Henne-Ei-Problem aufzutreten, das in Bezug auf die Social Signals weiter analysiert werden sollte.

Unsere Erfahrung auf der Basis der eigenen Kundenprojekte ist, dass der Einfluss der sogenannten Social Signs doch eher sehr gering ist, in einzelnen Projekten sogar eher gen 0 geht.

Fast zeitgleich: Netmark veröffentlicht eigene Trendstudie für 2013

Searchmetrics ist aber nicht der einzige SEO-Akteur, der sich intensiv mit vorherrschenden SEO-Trends für 2013 befasst hat. Auch die global operierende Onlinemarketing-Agentur Netmark.com hat eine Liste mit den wichtigsten Ranking-Faktoren für 2013 herausgebracht. Kurios: Im Gegensatz zu den Untersuchungen von Searchmetrics bleibt bei Netmark die „exact match“ Domain, also die Domain, die exakt mit der Suchanfrage übereinstimmt, nach wie vor der stärkste Ranking-Faktor. Wie ist dieser Gegensatz in den Ergebnissen nun zu erklären? Aufschluss darüber können nicht nur die von Netmark angewandten Methoden geben, sondern auch die URL/Domains selbst, die der Untersuchung zugrunde liegen. Hier ist anzunehmen, dass bei Netmark solche Domains in der Analyse überwiegen, die schon lange existieren und bereits einen hohen Optimierungsgrad aufweisen. Bei Searchmetrics hingegen dürfte die Ranking-Trendanalyse vor allem anhand von „jüngeren“ Domains, die noch wenig populär sind, durchgeführt worden sein. Versuch einer Erklärung: Bei jüngeren Domains, die mit neueren Suchtrends übereinstimmen, nimmt die Relevanz ab – bei Domains, die bereits seit Langem existieren, bleibt die URL/Domain ein starker Ranking-Faktor. Wer es nicht glaubt, möge selbst den Test mit klassisch-populären Suchbegriffen wie Auto, Reisen und Shopping durchführen und anschließend dasselbe mit Suchbegriffen wie Apps, iPhone, Smartphone und Tablet versuchen.

Auch die Social-Faktoren sind bei Netmark signifikant und besitzen einen höheren Einfluss als externe Links zur Seite. Interessant ist, dass Google-plus-one-Signals fürs Ranking wichtiger erachtet werden als Facebook-Signals – ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Des Weiteren unterscheidet sich die Trendanalyse von Netmark in der Bewertung von Offpage-Faktoren, die hier – im Gegensatz zu Searchmetrics – ein höheres Gewicht besitzen als Onpage-Faktoren.

Fazit

Auch wenn die beiden Studien in ihren Details zum Teil widersprechende Ergebnisse zu liefern scheinen, so lässt sich doch als wichtiger Trend konstatieren, dass rein technisch orientierte SEO-Kriterien an Bedeutung verlieren werden. Keywords werden künftig nicht mehr die dominierende Rolle beim Ranking spielen, wie das bisher der Fall war. In (neuen) Domainnamen spielen sie praktisch gar keine Rolle mehr und ungewöhnlich häufige Keywordverwendungen im Text führen inzwischen zur Abwertung einer Seite. Stattdessen bleibt die Anzahl der Backlinks nach wie vor enorm wichtig fürs Ranking. Ebenso wird guter Content mit mehr Text, in dem das Keyword gut verlinkt ist, in Zukunft zu den wichtigen Ranking-Faktoren zählen. Dabei spielen auch die sogenannten Anchortexte, also Linktexte weiterhin eine herausragende Rolle. Unstrittig ist, dass die Social-Faktoren wie Shares, Likes und Bookmarks bei der Beurteilung immer wichtiger werden. Hohe Popularitätswerte bei Seiten drücken sich auch darin aus, dass diese Seiten überdurchschnittlich häufig geteilt und geliked werden. Mit Ausnahme des überraschenden Bedeutungsverlusts von Keyword-Domains bei Searchmetrics scheinen die Ergebnisse beider Studien im Großen und Ganzen den Erwartungen der SEO-Branche zu entsprechen.

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1 Kommentar

  1. Kommentiert von Carsten Todt:

    Social Media legte zu. Andere Offpage ebenfalls wichtig. Onpage sollte angehoben werden.

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