Google Penaltys – Wie Google Verstöße und Manipulationen ahndet

Wie ein Lauffeuer machte die Nachricht von der Abstrafung des Linknetzwerks efamous jüngst die Runde. Viele wussten bereits, dass das Web-Spam-Team einen deutschen Anbieter im Visier hatte. Offenbar hofften manche bis zuletzt, es können sie nicht treffen. Nun ist es raus und nicht wenige sind plötzlich in den Suchergebnissen kaum noch sichtbar. „Ätsch, selber schuld“, möchte manch einer nun sagen. Doch das ist nicht fair, denn es kann noch viele andere treffen.

google penalty

Für uns ist das ein Anlass, um uns einmal näher mit den Google Abstrafungen auseinanderzusetzen, das heißt, welche Penaltys Google bei welchen Richtlinienverstößen verhängt. Die meisten interessieren sich natürlich für die Folgen und was sie dagegen tun können. Auch dies wollen wir einmal beleuchten, wohl wissend, dass es kein Patentrezept gegen Google-Penaltys gibt.

Penaltys bei schwerwiegenden Verstößen

URL Penalty

Es ist mitunter die schwerste Abstrafung, denn die Website einschließlich aller Unterseiten verschwindet de facto aus dem Google-Index. Zu diesen Maßnahmen greift Google, wenn der Websitebetreiber massiv gegen die Richtlinien verstößt, indem er beispielsweise pornografische Bilder oder Malware verbreitet. Auch wenn die Seite physisch noch im Index sein sollte, ist die Sichtbarkeit so schlecht, als wäre die Seite nicht mehr vorhanden.

Deindexierung / Delisting

Es ist der absolute Worst Case. Greift Google zu dieser Maßnahme, ist die URL faktisch wertlos. Zu dieser drakonischen Abstrafung greift Google eigentlich nur, wenn mehrfach und gravierend gegen die Webmaster-Richtlinien verstoßen wurde. Es gibt fast keine Möglichkeit, die URL wieder in den Index zu bekommen. Webmaster, die davon betroffen sind, sollten sich eine neue URL besorgen und genau prüfen, wie es zu dieser Abstrafung gekommen ist.

Penaltys bei „kleineren Verstößen

Neben diesen schwerwiegenden Penaltys mit gravierenden Folgen gibt es noch zahlreiche „mildere“ Abstrafungen, die nicht die komplette Domain betreffen, sondern nur einzelne Unterseiten beziehungsweise Verzeichnisse.

Keyword Penalty

Keywordmissbrauch steht ganz oben auf der Abstrafliste des Suchmaschinenbetreibers Google. Das ist für die meisten SEOs wohl das geringste Problem. Es trifft eher Laien, denen das Gespür und die Erfahrung fehlen, ab welcher Häufung und Anwendung ein Keyword das Ranking in den Suchergebnissen negativ beeinflusst. Das kann beispielsweise auch dann geschehen, wenn die Ankertexte nur aus Top Keywords bestehen oder die Keywords sich an bestimmten Stellen im Text konzentrieren. Sowohl die Keywordverknüpfung mit dem Ankertext als auch das sogenannte Keyword-Stuffing wertet der Suchmaschinenbetreiber als Manipulationsversuch. Wird er entdeckt, ist eine Penalty so sicher wie das Amen in der Kirche. Für bestimmte Keywords oder Keywordkombinationen kann sich infolgedessen die Sichtbarkeit in den Suchergebnissen signifikant verschlechtern.

Verzeichnis-Penalty

Straft Google „nur“ ein Verzeichnis ab, dann muss sich das nicht auf die gesamte Internetpräsenz auswirken. Meistens handelt es sich um duplicate content oder Inhalte ohne besonderen Nutzwert. Konkret ist ein Teilbereich einer Website davon betroffen. So könnte das Verzeichnis Affiliate-Daten enthalten oder eine Seite eine White-Label-Lösung präsentieren, also ein fremder Seiteninhalt, der sich als eigener Content ausgibt. Betroffen von der Abstrafung sind ausschließlich Unterseiten des Webauftritts.

Domain Penalty

Anders als bei der Verzeichnis-Penalty wird bei der Domain Penality – wie der Name schon sagt – die Domain abgestraft. Je nach Schwere des Verstoßes kann die gesamte Domain oder nur einzelne Subdomains betroffen sein. In der Regel wirkt diese Abstrafung Seiten übergreifend und betrifft zahlreiche Keywörter, deren Rankingpositionen sich dadurch massiv verschlechtern.

Arten von Penaltys

Algorithmische Penalty

Es gibt zwei Arten von Penaltys: algorithmische und manuelle Penaltys. Die meisten Abstrafungen sind das Resultat eines algorithmischen Prozesses. Der Google-Algorithmus überprüft in regelmäßigen Abständen die Seiten in seinem Index und verhängt eine Strafe, falls er auf einen der erwähnten Verstöße trifft. Diese Maßnahmen erfolgen automatisiert, wobei eine Routine des Webcrawlers im Index entsprechende Eintragungen macht und diese protokolliert. Nach Google-Updates verändert sich dieser Algorithmus und kann urplötzlich Seiten einbeziehen, die bis dato nicht auffielen. Ein Webmaster ist daher gut beraten, seine Seiten im Vorfeld eines Updates auf die bis dato bekannt gewordenen neuen Ranking-Kriterien kritisch zu überprüfen und mögliche „Stolpersteine“ zu beseitigen.

Leichtere Strafen machen sich in der Abstufung im Sichtbarkeits-Ranking bemerkbar. Wenn Ihre Seite beispielsweise unter einem bestimmten Keyword auf der ersten Suchergebnisseite gelistet wurde, kann es sein, dass sich der Eintrag durch die Abstrafung nun erst zwei oder drei Seiten weiter hinten wieder findet. Die Suche über ein anderes, nicht beanstandetes Keyword muss hingegen nicht betroffen sein. Durch Beseitigung der Ursache wie Keyword-Spam oder Keyword-Stuffing kann der Webmaster dafür sorgen, dass dieser Zustand nicht ewig anhält und die Seite bei der Suche über das beanstandete Keyword mit der Zeit wieder ein besseres Ranking erzielt.

Manuelle Penalty

Wesentlich gravierender wiegen allerdings die Sanktionen, die Google manuell ergreift. In dem Fall liegt meistens ein wiederholter schwerwiegender Verstoß gegen die Nutzungsrichtlinien des Suchmaschinenbetreibers vor. Einer manuellen Penalty gehen mehrere algorithmisch entdeckte Verstöße beziehungsweise Abstrafungen voraus. Spezielle Programme des Suchmaschinenanbieters werten die protokollierten Verstöße, die in einer Datenbank gespeichert sind, aus, bis sie schließlich bei einem Google-Mitarbeiter des Webspam-Teams auf dem Bildschirm gelistet werden. Dieser Mitarbeiter hat Möglichkeiten direkt ins Geschehen einzugreifen und kann beispielsweise die Seite komplett aus dem Index entfernen. Nutzer können nach einem solchen Eingriff die Seite über die Google-Suche nicht mehr auffinden.

Ist die Seite noch im Google-Index?

Wenn Sie herausfinden möchten, ob Ihre Domain infolge einer Penalty aus dem Index ausgeschlossen wurde, können Sie dies mithilfe des „site“-Operators in der Google-Suche sofort nachprüfen. Geben Sie hierzu in das Google-Suchfeld den Operator „site“ mit einem Doppelpunkt ein, gefolgt von Ihrer Domain. Setzten Sie zwischen Doppelpunkt und Domain aber keinen Leerschritt. Das sieht dann in etwas so aus:

site:meineseite.de

Google informiert den Webmaster über manuelle Penaltys in den Google Webmaster Tools. Die Gründe für eine manuelle Penalty sind vielfältig. Die wichtigsten sind Manipulation des Google-Indexes durch Spam (nutzergenerierter Spam, Keyword-Spam durch Keyword-Stuffing) sowie durch unnatürliche Backlinks (gekaufte Backlinks, Linknetzwerke).

Dauer einer Google-Penalty

Die Dauer der Abstrafung hängt von der Schwere des Verstoßes ab. Bei Verstößen gegen die Webmaster-Richtlinien beträgt sie 30 Tage. Sie kann aber auch länger dauern, wenn der Verstoß schwerwiegender Natur sein sollte. Ist die gesetzte Frist abgelaufen, verfällt die Penalty automatisch. Durch die Google-Mitteilung in den Webmaster-Tools hat der Webmaster Gelegenheit, die Website zu überarbeiten und den Grund für die manuelle Penalty zu beseitigen. Falls er vor diese Aufgaben rasch erledigt, kann er über ein „Reconsideration Request“, die erneute manuelle Prüfung bei Google vor Ablauf der Sperrfrist beantragen. Google behält sich die erneute manuelle Prüfung jedoch vor. Im Optimalfall überprüft Google die Seite erneut und hebt die Penalty vor Ablauf der Sperrfrist auf.

Im Gegensatz zur manuellen Abstrafung und Aufhebung gestaltet sich die Aufhebung der Penalty, die infolge einer automatisierten Maßnahme wie einem Google-Update erfolgt ist, nicht so einfach. Eine Seite kann nach einem Panda- oder Penguin-Update mit einer Penalty belegt werden. Augenfälligstes Merkmal ist ein erheblicher Einbruch bei der Sichtbarkeit der Seite. Auch hier ist der Webmaster angehalten, zeitnah Maßnahmen zu ergreifen, damit die Seite künftig nicht mehr durch die Update-Filter ausgebremst wird. Je nach Update (Panda oder Penguin) ist die Onpage-Optimierung beziehungsweise das Linkprofil im Rahmen der Offpage-Optimierung zu untersuchen. Genau wie bei manuellen Abstrafungen muss der Webmaster die Seite ebenfalls daraufhin überprüfen, ob sie eventuell auch gegen die Guidelines von Google verstößt. Das Problem bei der algorithmischen Penalty ist die Dauer der Auswirkung, die ungünstigstenfalls bis zu zwei Jahren betragen kann. Nur derselbe Filter-Algorithmus ist in der Lage, die Penalty wieder aufzuheben. Google-Mitarbeiter können hier nicht händisch eingreifen.

Fazit

Einem Webmaster, der seiner Seite Google-Sanktionen ersparen möchte, bleibt nichts anderes übrig, als die Google-Richtlinien genau zu befolgen, Spam zu vermeiden und für ein natürliches Linkprofil zu sorgen. Zudem ist er gut beraten, sich über bevorstehende Google-Updates stets auf dem Laufenden zu halten, frühzeitig Informationen zu besorgen und die Seite beizeiten gegen mögliche Penaltys zu wappnen. Wer selbst die Zeit dafür nicht aufbringen kann, sollte seine Seite von einer professionellen SEO-Agentur betreuen lassen.

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1 Kommentar

  1. Kommentiert von Patrick:

    Hallo,

    danke für diesen interessanten Bericht.

    Ich bin leider mit meiner Seite ebenfalls betroffen (nach dem Penguin Update 2.1).
    Die Besucherzahlen haben sich von fast 4-stellig auf einen mittleren 2 stelligen reduziert.

    Sehr ärgerlich, da dort viel Herzblut drin steckt und in den Webmastertools auch kein entsprechender Hinweis ist :(

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