Kommentarfunktionen auf Webseiten. Interessant für SEO?

Es ist noch gar nicht so lange her, als das Kommentieren auf Blogs eine beliebte Methode war, um in kurzer Zeit viele Backlinks zu generieren. Verlockend für Webmaster mit wenig Zeit, um ihre neue Website schnell in den Suchmaschinen bekannt zu machen. Für professionelle SEOs sind diese „Unsitten“ schon eine gefühlte Ewigkeit her, denn längst hat die Spam-Abwehrbrigade von Google zum Gegenangriff geblasen und den Algorithmus für derartige Spam-Attacken sensibilisiert. Davon abgesehen sind da auch noch die Blogbetreiber, die in vielen Fällen entscheiden, ob ein Beitrag veröffentlicht wird oder nicht. Doch Moment, die Kommentarbereiche fordern den Kommentator doch dazu auf, die URL seiner Website zu hinterlassen. Und das kann ja schließlich keine Spam-Sünde sein?

Kann Kommentieren Sünde sein?

Geht man generalistisch an das Thema heran, dann geht es nicht nur um Spam, sondern auch um die guten Sitten, in der Sprache des Netzes „Netiquette“ genannt. In den Onlineausgaben der großen Printmedien sitzen Forenmaster, die nichts anderes zu tun haben, als aufzupassen, dass kein Forist gegen die AGB verstößt, also anstößige Inhalte, rassistische Äußerungen oder Ähnliches verbreitet. Auch Spam verstößt gegen die AGBs. Blogbetreiber haben die Möglichkeit einen Kommentar zu prüfen, bevor sie ihn veröffentlichen. Sie können die Kommentarfunktion natürlich auch ganz abschalten. Nur das tun viele aus verständlichen Gründen nicht. Schließlich wollen sie auch Feedback haben. Aus SEO-Sicht sind Kommentare somit eine Gratwanderung. Und schon befinden wir uns inmitten der Diskussion um die Bedeutung von Social Signals als Rankingfaktor.

Kommentare sind Social Signals

Kürzlich hatten wir bereits über die Bedeutung von Social Signals gebloggt und die Frage nach dem Einfluss der Social Signals aufs Ranking gestellt. Wir waren zu dem Ergebnis gelangt, dass es logischerweise Korrelationen zwischen Social Signals und der Ranking-Position geben muss. Natürlich sind auch Kommentare Social Signals und jeder Blogbetreiber freut sich über ein reges Interesse der Leser an einem Blogbeitrag, was den Traffic erhöht und dem Blog insgesamt mehr Aufmerksamkeit verleiht. Gegen eine Spamflut durch Bots kann sich der Blogmaster schon wehren, indem er beispielsweise mit Blacklists arbeitet oder einfach einen Captcha-Code per Plugin einbaut. Am besten einen, bei dem der Besucher irgendetwas berechnen muss. Zumindest kann er den automatisierten Kommentarspam damit unterbinden. Nicht-automatisierten Kommentarspam kann ein Webmaster außerdem durch Setzen des Nofollow-Attributs verhindern, wenn er selbst zu wenig Zeit zum Pflegen seines Kommentarbereichs findet.

Kommentarfunktionen: Ja bitte!

Zurück zur Frage, ob Kommentarfunktionen auf Webseiten für die Suchmaschinenoptimierung von Interesse sind. Hier kommt es natürlich auf die Seite und die Betrachtungsperspektive an. Für bestimmte Formate wie Videos sind Kommentare das Salz in der Suppe. Ebenso wie Likes signalisieren Kommentare ein hohes Interesse und das macht die Seite interessant. Das merkt nicht nur die Video-Suchmaschine von YouTube, sondern auch Google – im positiven Sinne. Kommentarfunktionen sind absolut empfehlenswert – insbesondere für Blogs. Wenn jemand für die eigene Website Backlinks generieren möchte und Keywords geschickt in Kommentartexten anderer Blogseiten unterzubringen versucht, wird das nicht nur vom Webmaster entlarvt, der den Kommentar natürlich auch löschen kann, sondern irgendwann auch von den Suchmaschinen. Besonders dann, wenn die Seite absolut keinen inhaltlichen Bezug zum Thema des Blogs oder zum konkreten Beitrag hat! Und das kann Böse ausgehen, wenn sich das häufen sollte. Wer allerdings selbst einen Blog betreibt, hat natürlich auch Interesse an anderen Blogs zum gleichen Themenbereich. Da ist es nur normal auch hier und dort zu kommentieren und einen Backlink im Rahmen der ganz alltäglichen Netzkommunikation zu platzieren.

Keine Methode für nachhaltigen Linkaufbau

Die Suchmaschinenoptimierung bietet eine Fülle an Möglichkeiten, um eine Website zu optimieren und die Positionen auf den Suchergebnisseiten zu verbessern. Für einen schnellen Backlinkaufbau sind Kommentare denkbar ungeeignet. Überhaupt sollte der Linkaufbau natürlich, systematisch und Schritt für Schritt erfolgen. Es spricht absolut nichts dagegen, wenn ein Blogmaster auf anderen Blogs Kommentare abgibt und dabei einen Link setzt und dabei vielleicht das eine oder andere Keyword platziert. Das ist absolut authentisch und fördert die soziale Interaktion im Web. Zum Beispiel kann der Blogger hierdurch auch interessante Kontakte zu anderen Bloggern knüpfen.

Kommentarfunktion aus Sicht des Blogbetreibers

Neben der Tatsache, dass Blogs ja auch Social Signs sind und den Lesern einen intressanten (da viel diskutierten) Artikel suggerieren, sind Blogbeiträge auch eine hochwertige Hilfe für den Blogbetreiber selbst. Gerade hochwertige Beiträge werden oft von fachkundigen Kennern kommentiert und teilweise auch mit sehr langen Kommentaren. Es kommt nicht selten vor, dass ich mich im Bereich SEO durch das Netz bewege und Artikel zu bestimmten Themen suche. Oftmals finde ich einen Artikel gar nicht über den Artikel selbst, sondern über ein Kommentar, dass einer der Leser unter dem Artikel platziert hat. Das bedeutet, dass eine Kommentarfunktion aus Betreibersicht auch alleine schon deshalb verdammt viel Sinn macht, weil er weitere hochrelevante Texte (sofern er sie kontrolliert) auf seine Texte bekommt, über die er potenzielle Leser und interessierte Unternehmen auf sich aufmerksam machen kann.

Fazit

Kommentare sind Merkmale einer lebendigen Userkultur im Netz – ob sie nun in Foren von Onlineformaten großer Medien, auf Blogs, auf Facebook oder als Tweets abgegeben werden. Im SEO-Umfeld sind sie eher als Randthema zu sehen. Wir wissen, dass der Versuch, sie gezielt im Bereich des Linkbuildings einzusetzen, für das Ranking der Seiten erstens nicht viel bringt, sondern vielmehr dazu führt, dass Google die verlinkten Seiten nach wenigen Wochen abstraft. Und das wird mit ziemlicher Sicherheit geschehen. Wir können daher nur davon abraten, die Kommentarfunktionen für eine exzessive Generierung von Backlinks zu verwenden. Es ist dagegen aus SEO-Sicht absolut in Ordnung die Kommentarbereiche dafür zu nutzen, wofür sie da sind: Ansichten zu einem interessierenden Beitrag zu äußern und dabei natürlich auch die URL der eigenen Website zu hinterlassen. Stellen Sie sich doch einfach vor, dass Sie mit Ihrem Kommentar den Artikel des Verfassers weiter aufwerten. Es ist gut möglich, dass der Verfasser dadurch auf Sie aufmerksam wird und vielleicht früher oder später auch einen Artikel auf Ihrer Webseite hinterlässt.

 

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