Ranking-Faktor Domainname

Sind die neuen Domainendungen wirklich SEO-relevant oder eher nicht?

neue Domainendungen

 

 

 

 

Nachdem die Zulassungsbehörde ICANN 2011 beschloss, neue Domainendungen zuzulassen und das Bewerbungsverfahren startete, haben sich viel SEOs gefragt, welche Chancen die neuen Endungen bei Google wohl haben werden. Inzwischen wurden weit über 1.000 der neuen Endungen freigegeben und Domains mit den neuen Endungen werden eifrig gehandelt. Bringt es also etwas, sich eine der neuen Top-Level-Domains (gTLDs) zu sichern, um damit künftig bessere Rankings bei Google zu erzielen?

Die Entscheidung der ICANN neue Top-Level-Domains zuzulassen, erfolgte vor allem aus praktischen Gründen, denn gute Domains waren seinerzeit knapp geworden. Alle bekannten Registrare bieten mittlerweile Domains mit den freigegebenen Domainendungen an. Darunter sind Geo-Domains wie .berlin und .hamburg, populäre Endungen für das E-Business wie .shop und .immo, aber auch generische Endungen für Sport und Hobby wie .auto und .golf zu finden. Wie sich die Marktrelevanz einzelner Top-Level-Domains entwickeln wird, wird die Zukunft zeigen. Fakt ist aber, dass die neuen Domains das Internet zurzeit regelrecht fluten.

Keiner muss jetzt die Pferde wechseln

Jeder SEO weiß inzwischen, dass Google Keyworddomains herabgestuft hat. Der Marktführer misst dem Domainnamen für das Ranking in den Suchergebnissen keine allzu große Bedeutung bei. Wieso sollte man sich also um die Domain den Kopf zerbrechen, wenn ohnehin klar ist, dass das Ranking-Gewicht gering ist? Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Generische Top-Level-Domains haben schon immer bessere Karten gehabt, wenn es um das Ranking ging. Sie erzielen entsprechend höhere Preise, weil sie wegen ihrer besseren Reputation einfach gefragter sind. Wer eine „.de“ oder „.com“ Domain besitzt und damit gut in den Suchergebnissen rankt, wird wohl kaum die Pferde wechseln wollen. Wieso sollte beispielsweise ein Hotel in Berlin, dessen Website „Hotelname“.de unter der Suchbegriffskombination Hotel + Berlin gut rankt, diese nun gegen „Hotelname“.berlin oder „Hotelname“.hotel eintauschen, die noch niemand kennt und auch Google erst noch kennenlernen muss. Allenfalls Marketinggründe könnten ein Motiv sein. In dem Fall wird der Domaininhaber wohl kaum einen Domainwechsel seiner Seite vornehmen, sondern die neuen Domains eher für die Weiterleitung auf die etablierte Domain nutzen.

Wer neu startet, hat die Wahl

Eröffnet aber jemand – um bei dem Hotelbeispiel zu bleiben – ein völlig neues Hotel in Berlin und sucht für die Hotelwebsite eine Domain, spielt es keine Rolle, ob sie auf „de“, „berlin“ oder „hotel“ endet. Das ist zumindest der aktuelle Stand der Dinge. Google ist die Domainendung mehr oder weniger egal. Obwohl das auch nicht ganz richtig ist, denn auf Googles Supportseite ist sehr genau beschrieben, was Google als generische Domainendung betrachtet. Gerade bei länderspezifischen TLDs behält man sich Änderungen ausdrücklich vor, weil sie (wie beispielsweise .me oder .tv) nicht immer im Sinne der ICANN-Empfehlungen genutzt werden. Von daher kann es jederzeit passieren, dass Google seine Sicht der Dinge ändert, was dann Auswirkungen auf die Platzierung haben dürfte.

Wie wird Google mit den neuen TLDs umgehen?

Entwickelt man diesen Gedanken weiter, kann es natürlich auch sein, dass Google Domainendungen irgendwann aufgreift und in seinen Suchalgorithmus einbaut. Im Bestreben die Suchergebnisse im Interesse der Nutzer stetig zu verbessern, kann Google durchaus auf die Idee kommen, die Domainendungen auf ihre Relevanz zu prüfen und im positiven Fall die Seiten besser zu ranken als Seiten, deren Domainendungen den thematischen Bezug nur vortäuschen. Davon abgesehen sind Geo-Domains ohnehin nur registrierbar, wenn der Registrator seinen Wohn- oder Unternehmenssitz in der betreffenden Region hat. Es erscheint daher logisch, dass Google irgendwann auch die Relevanz des Angebots bewerten könnte.

Fazit

Um seine Ranking-Position zu verbessern, bringt es nichts, auf eine neue Domain zu wechseln, zumal die Domain bei Google nur noch ein schwacher Ranking-Faktor ist. Aus SEO-Sicht entsteht aber keinem Seitenbetreiber ein Nachteil, wenn er eine neue TLD nutzt. Die Entscheidung ist demnach nicht aus SEO-Gründen, sondern allein aus marketingstrategischen Erwägungen heraus zu treffen. Nutzer sollten allerdings darauf achten, dass sie nur mit Endungen arbeiten, die tatsächlich einen Bezug zum Angebot haben. Wer eine Spieleseite unter gaming.hotel betreiben möchte, könnte eines Tages vielleicht eine böse Überraschung erleben, wenn Google auf die Idee kommt, die Relevanz der Domainendung als Ranking-Faktor einzuführen. Google ist schließlich immer für eine Überraschung gut.

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