Rückblick: Wichtige Google-Updates der letzten 2 Jahre

Wenn Google Updates zur Verbesserung der Suchergebnisse ankündigt, beginnt bei vielen Websitebetreibern und SEOs oft das große Zittern. Manchmal reichen auch schon Gerüchte über bevorstehende Updates, um die SEO-Welt in Aufregung zu versetzen. Das ist verständlich, denn wer will schon kalt erwischt werden und mit ansehen, wie eine optimierte und gut platzierte Website plötzlich abgestraft wird. So verfolgt man mit Spannung die Auswirkungen von Änderungen im PageRank-Algorithmus. Nicht alle Updates und Data Refreshes haben gravierende Auswirkungen auf den PageRank der meisten Websites – einige aber schon. Somit blicken alle Webmaster und Suchmaschinenoptimierer gebannt auf die Tage danach, um herauszufinden, ob die betriebene oder betreute Seite betroffen ist und die Sichtbarkeit eventuell gelitten hat.

Die wichtigsten Updates der letzten zwei Jahre haben wir deshalb einmal zusammengefasst.

Panda Update

Namensgeber für diese permanenten Updates ist der Google-Ingenieur Navneet Panda. Es wurde im Februar 2011 in der Version 1.0 ausgerollt. Im Gegensatz zu früheren Ranking-Updates wurde erstmals die gesamte Webseite einbezogen. Es ist eines der wichtigsten Google Updates der letzten beiden Jahre. Während das erste Update nur die USA und das Panda Update 2.0 im April 2011 englischsprachige Seiten beziehungsweise englischsprachige Suchanfragen aus allen Ländern betraf, wurde es für die deutsche SEO-Szene im August 2011 mit dem Panda Update 2.4 ernst. Mit Ausnahme von chinesischen, koreanischen und japanischen Seiten, wurden jetzt alle Seiten im Google-Index upgedatet – also auch die deutschsprachigen. Bei englischsprachigen Seiten waren 12 % aller Suchanfragen betroffen – bei nicht-englischsprachigen Seiten waren es 6 bis 9 %.

Panda 2.4

Beim Panda Update dreht sich alles um die qualitative Verbesserung der Suchergebnisse, also darum, hochwertige Websites besser zu platzieren und minderwertige auf die hinteren Plätze zu verbannen. Um dieses Ziel zu erreichen baute Google einen speziellen Filter in seinen Algorithmus ein, der in der Lage war, schlechten von gutem Content zu unterscheiden. Neben vielen anderen Kriterien zeichnen sich gute Inhalte vor allem durch Einzigartigkeit der Inhalte aus. Unique Content ist somit Trumpf und doppelte Inhalte (duplicate content) bedeuten dementsprechend das Gegenteil. Die Sichtbarkeit in den Suchergebnissen von Websites mit guten Inhalten verbesserte sich, während Seiten mit einem hohen Prozentanteil doppelter Inhalte nach hintern rutschten. Schlecht ist auch, wenn sich Inhalte und Links auf vielen Unterseiten wiederholen – selbst wenn der Content einzigartig sein sollte. Wenige oder unpassende Backlinks sind ebenso ein Negativmerkmal wie unnatürliche Anhäufungen eines Begriffes auf einer Seite, zu viel Werbung und natürlich solche, die nicht zu den Inhalten passt. Auch die fehlende Übereinstimmung zwischen Inhalt und Seitentitel in Bezug auf Suchanfragen wirkt sich nachtteilig aus.

Still und kaum bemerkt: Panda 3.0

Neben den inhaltlichen kommen auch technische Kriterien wie Verweildauer und Absprungrate einer Website zum Tragen. Sie sind ein zusätzlicher Indikator, ob gefundene Inhalte eine Suchanfrage zufriedenstellen konnten oder nicht. Wer also nach dem 12. August 2011, dem Tag des weltweiten Rollouts des Panda Updates eine signifikante Verschlechterung bei der Sichtbarkeit seiner Website feststellte, konnte sicher davon ausgehen, dass seine Website vom Update betroffen war. Seit diesem globalen Ausrolldatum haben im Schnitt alle 2 Monate Aktualisierungen, sogenannte Data-Refreshes stattgefunden, bei denen keine neuen Qualitätskriterien hinzukamen, sondern der Algorithmus weiter verfeinert wurde. Eine größere Umstellung des Panda-Filters im Algorithmus fand im Oktober 2011 statt. Sie ist auch als Panda 3.0 bekannt und erregte aber nicht mehr Aufmerksamkeit als die anderen regelmäßig ausgerollten Data-Refreshes bei Panda. Seit März 2013 werden Panda Refreshes nicht mehr separat ausgerollt, sondern monatlich mit Indexaktualisierungen im sogenannten Everflux zusammengelegt.

Von Panda zu Penguin

Stand das Jahr 2011 ganz im Zeichen des Pandabären, so war 2012 der Pinguin das Symbol, welches das Updategeschehen bei Google dominierte. Panda ist das Schlüsselupdate, um den Content einer Website im Algorithmus neu zu bewerten, indem es beispielsweise doppelte Inhalte abstraft. Penguin ist das Update, welches sich eingehend mit der Qualität der Links auf einer Website befasst, um Webspam zu bekämpfen. Gemessen an den Auswirkungen auf das Ranking stellt das Penguin Update neben dem Panda Update einen der folgenschwersten Eingriffe in den Ranking-Algorithmus in den zurückliegenden Jahren dar.

Penguin Update

Am 24.04.2012 brachte Google das erste Penguin Update weltweit mit dem Ziel heraus, Webspam stärker einzudämmen. Google definiert Webspam sehr allgemein. Es fallen auch Techniken darunter, die SEOs einsetzen, um eine Website in den Suchergebnissen nach vorn zu bringen. Somit standen zahlreiche Techniken auf dem Prüfstand, die in der SEO-Welt verbreitet sind und entsprechend groß war die Nervosität, als erste Hinweise auf dieses Update die Runde machten. Das Penguin Update straft Seiten ab, die gegen die Guidelines von Google verstoßen. Techniken wie Keyword Stuffing, unnatürliche Linkstrukturen (siehe Artikel: natürlicher Linkaufbau seit Google Penguin), die bei Linkfarmen verwendet werden, sowie Cloaking, einer Technik, die dem Crawler von Google unter derselben URL eine andere Seite zeigt als dem Nutzer. Ungefähr 3 % aller Websites waren von dem Update betroffen. Ein Novum: Wer der Meinung war, zu Unrecht abgestraft worden zu sein, konnte fortan unter diesem Link mit Google in Kontakt treten und sich darüber austauschen. Nach dem Update im April folgten zwei Refreshes im Mai und Oktober desselben Jahres.

Penguin Update 2.0

Im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Penguin Data Refreshes stellt das Penguin Update 2.0, das am 22.05.2013 ausgespielt wurde, eine wesentliche verbesserte Algorithmus-Änderung vor, um Webspam noch effektiver zu unterbinden. Verstöße gegen Google-Richtlinien werden zum Teil noch stärker als zuvor geahndet. Die länderspezifischen Auswirkungen sind unterschiedlich und werden für die englischsprachigen US-Seiten mit 2,3 % angegeben. Konnten Websitebetreiber nach dem ersten Penguin Update Google eine Mitteilung machen, wenn sie die eigene Website zu Unrecht betroffen sahen, so bittet Google nach diesem Update nun die Nutzer nun um aktive Mitwirkung. Falls eine webspamverdächtige Website nach dem Penguin Update 2.0 weiterhin auf den vorderen Plätzen rankt, obwohl sie nach Ansicht des Nutzers dort nicht hingehört (der Algorithmus also nicht gegriffen hat), kann er die Seite und ergänzende Informationen unter dieser Adresse direkt an Google melden.

Weitere Updates in 2011/2012

Neben den einschneidenden Panda und Penguin Updates und Refreshes hat Google in den letzten beiden Jahren noch weitere Updates ausgespielt. So stellte der Suchmaschinenkonzern im November 2011 ein Refreshness Update vor. Es war für 6 % – 10 % aller Websites relevant und betraf die Aktualität von Ergebnissen bei Suchanfragen. Damit kam Google dem verbreiteten Nutzerwunsch entgegen, nicht nur gute Inhalte auf den vorderen Plätzen in den Suchergebnissen zu finden, sondern möglichst solche Inhalte, die sowohl gut als auch aktuell sind. Im Januar 2012 kam das Page Layout Algorithm Update heraus, welches das Verhältnis von Werbung und Content im sichtbaren Bereich der Website im Algorithmus zugunsten des Contents neu gewichtete. Im Venice Update vom Februar 2012 wurde schließlich Google Places in die organische Suche integriert. Weitere Updates in 2012 waren das DMCA Penalty Update (Piracy Update) im August 2012, das Seiten abstraft, die unter Verdacht stehen Urheberrechte zu verletzen und das Exact-Match Domain Update im September 2012. Dieses Update stuft Seiten mit Keyword-Domains herunter, deren Inhalte von schlechter Qualität sind oder nicht zum Keyword passen. Die beiden letztgenannten Updates sind allerdings nur für weniger als 1 % aller Websites relevant. Insofern waren sie für Mehrzahl der Seitenbetreiber und SEOs nicht sonderlich wichtig.

Frage:
Gibt es ein Update, dass Eure Webseite beeinflusst hat?

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