Was genau ist ein Linkbait und wie kann ich ihn provozieren?

Linkbaits sind digitale Inhalte wie Videos, Bilder oder News, die Webmaster als Köder mit dem Ziel auslegen, dass möglichst viele andere Webmaster darauf stoßen und sie auf ihrer eigenen Website verlinken. Diese Backlinkstrategie existiert zwar schon seit längerer Zeit – so richtig populär wurde sie aber erst seitdem Google mit den Penguin-Updates die Richtlinien in Bezug auf Backlinks verschärft hat und den natürlichen Linkaufbau zum alles beherrschenden Thema machte.

Viele Methoden beim Linkaufbau sind inzwischen in Verruf geraten. Google hat nicht nur Spamlinks und Linknetzwerke verbannt, sondern so ziemlich alle praktizierten Methoden. Der klassische Linkbait ist davon allerdings nicht betroffen, denn er steht dem von Google favorisierten natürlichen Linkprofil nicht entgegen. Nimmt man es ganz genau, ist eigentlich jeder digitale Inhalt dafür prädestiniert, von anderen Nutzern verlinkt zu werden – nicht jeder Inhalt wird allerdings mit diesem Ziel generiert. Und genau darin unterscheidet sich der Linkbait zum Linkaufbau von anderen digitalen Inhalten, die nur durch einen Zufall Popularität erlangten.

Beliebte Linkbait-Kategorien

Infografiken

Zu den beliebten Formen des Linkbaits zählen Infografiken. Infografiken visualisieren komplexe Sachverhalte recht anschaulich und werden deshalb gern auf Webseiten verlinkt. Ob eine Infografik auf großes Interesse stößt, hängt von den aktuellen Trends und Interessenlagen der Internetnutzer ab. Besonders populär sind Infografiken beispielsweise in der SEO-Szene, wo die neuesten SEO-Trends mithilfe von Infografiken verbreitet werden.

Hitlisten

Populär sind auch Hitlisten aller Art. Im zeitlichen Umfeld von sportlichen Großereignissen wie Fußball-Welt- und Europameisterschaften oder Olympischen Spielen tauchen auf vielen Seiten vermehrt Hitlisten zu allen möglichen Fragen auf: von Hitlisten mit Torschützenkönigen und Länderspielteilnahmen von Fußballern bei fußballerischen Großevents bis hin zu Medaillenspiegeln bei Olympiaden.

Top-Listen

Ähnliche populär sind Top-Listen, die jeweils die zehn oder fünf besten einer Kategorie aufzählen. Top-Ten- oder Top-Five-Listen bieten mannigfaltige Möglichkeiten. Während vor der Urlaubssaison viele Reiseportale Top-Ten-Listen zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen verlinken, boomen am Jahresbeginn vor allem Ratgeber, die dabei helfen, überschüssige Pfunde wieder loszuwerden. Die zehn besten Tipps zum Abnehmen sind schlichtweg Klassiker, die in unzähligen Variationen im Netz kursieren und in dieser Jahreszeit von Webseiten zu Gesundheits- und Fitnessthemen bevorzugt aufgegriffen und verlinkt werden.

Videos

Die zweifelsfrei beliebteste Linkbaitkategorie sind allerdings Videoclips. Allein auf Plattformen wie YouTube wurden weltweit inzwischen Millionen von Clips hochgeladen und es kommen im Schnitt pro Minute 100 Stunden an Videomaterial hinzu. Warum bestimmte Clips ihr virales Potenzial voll entfalten können und millionenfach geklickt, geliked, verlinkt und auf Websites eingebettet werden und andere hingegen kaum Beachtung finden, hängt nicht nur vom Inhalt, sondern auch vom Faktor Zufall ab. Virale Power entsteht, wenn ausreichend viele Nutzer zu Multiplikatoren werden, die Inhalte aus eigenem Antrieb verlinken oder über die Social Media teilen. Nicht alle populären Videos werden jedoch als Linkbaits geplant. Oftmals werden Ersteller von Videos vom phänomenalen viralen Erfolg ihrer Drehs selbst völlig überrascht.

Ungeplante Linkbaits

So wurde ein 30 Sekunden langer Videoclip, der einen kleinen piepsenden Frosch im Wüstensand zeigt, binnen kürzester Zeit millionenfach geklickt und verlinkt. Warum der Clip so populär wurde, weiß kein Mensch. Ein ebensolcher Hype entstand um die mürrisch dreinblickende Katze Grumpy Cat, die quasi über Nacht zum Internetstar wurde. Das 56 Sekunden lange Youtube-Video wurde allein auf YouTube über 17 Millionen Mal geklickt und auf ungezählten Websites eingebettet. Die Grumpy Cat hat auf Facebook mehr als sieben Millionen Fans und machte ihre Besitzerin innerhalb weniger Monate zur mehrfachen Millionärin. Hier sei angemerkt, dass Videos und Fotos mit Katzen im Internet außerordentlich populär sind. Ein Trend, den man sich durchaus zunutze machen kann.

Imagefilm trifft Traditionsgewerbe – ein perfekter Linkbait

Ein gutes Beispiel für einen erfolgreichen Video-Linkbait zeigt der Clip „“S‘ Lebn is a Freid“. Hier hat eine Werbefilmagentur mit Unterstützung des Objektiv-Herstellers SIGMA den weltweit ersten Imagefilm für einen ganz gewöhnlichen Obststand realisiert – mit überwältigendem Erfolg. Der Clip gewann den Webvideopreis 2014 und setzte sich gegen Schwergewichte wie Mercedes, Edeka und Stihl durch. Bereits im Vorfeld der Nominierung entdeckten die Online-Ausgabe von Welt und Handelsblatt sowie unzählige Blogs den Clip und machten ihn zum Hit.

Das Beispiel zeigt: Linkbaits dienen nicht nur dem Linkaufbau, sondern können auch direkte Werbewirksamkeit entfalten. Die produzierende Werbefilmagentur machte den Obststand „Didi“ über die Grenzen von München hinaus bekannt und warb im Abspann des Clips für sich selbst.
SEO-strategisch sind für den Linkaufbau alle Inhalte hilfreich, die dem Nutzer einen Mehrwert bieten. Zu dieser Kategorie gehören Ratgeberfilmchen wie How-to-Videos und Videos aus dem Do-it-Yourself-Bereich. Damit können Websitebetreiber ihre Seite ganz erheblich aufwerten und ihren Besuchern nützliche Inhalte bieten.

Fotos

Was bei Videos zutrifft, gilt selbstverständlich auch für Bilder. Außergewöhnliche Perspektiven, Karikaturen von Prominenten oder Drudel finden schnell ihre Fans in den Weiten des Internets. Foto-Communitys wie Instagram, Flickr, Picasa und andere bieten Möglichkeiten, selbst gemachte Bilder hochzuladen und mit anderen zu teilen. Auf Instagram lassen sich Fotos zudem bearbeiten. User haben die Möglichkeit die Bilder runterzuladen und unter Angabe des Urhebers oder des Dienstes auf ihrer Website zu verwenden.

Tipps für einen erfolgreichen Linkbait

Wer selbst einen Linkbait starten möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es kein Patentrezept gibt, wohl aber bewährte Themen und erprobte Strategien, die Erfolg versprechen.

1. Von der Neugier der Nutzer profitieren

Das gelingt am besten mit Hintergrundberichten zu Themen, die die breite Öffentlichkeit und die Netzgemeinde interessieren. Je exklusiver die Story wirkt, desto größer die Chance auf Verlinkung.
Beispiel: 10 Dinge, die Sie über … noch nicht wussten.

2. Kostenloses anbieten

Tools, die das Nutzerleben erleichtern sind immer beliebt. Besonders dann, wenn sie nichts kosten. Das können Generatoren für Logos sein, nützliche Widgets, Grafik- oder SEO-Tools.

3. Umfragen und Abstimmungen durchführen

Hierbei kommt es auf das Timing an. Eine Umfrage oder Abstimmung zu einem brandaktuellen Thema sollte bereits gestartet sein, bevor das Thema so richtig breit in den Medien ist.

4. Produkte testen / Produkttests veröffentlichen

Auch hier ist entscheidend, so früh wie möglich am Ball zu sein, bevor Fachmagazine erste Produktreviews veröffentlichen.

5. Ratgeber zu aktuellen Themen ins Netz stellen

In der Erkältungszeit: 10 Lebensmittel, die Ihre Immunabwehr stärken.
Nach den Festtagen: So werden Sie lästige Pfunde los.
Windows 8.1: 10 geheime Windows-Tricks.

Je mehr ein Thema der Öffentlichkeit aktuell auf den Nägeln brennt, desto begehrter sind Ratgeber zu diesem Thema.

6. Gewinnspiele und Wettbewerbe veranstalten

Gewinnspiele und Wettbewerbe sind zeitlose Klassiker unter den Linkbaits und eignen sich daher besonders gut für den Linkaufbau.

7. Kostenlose Online-Spiele anbieten

Die Gamingbranche boomt. Es müssen nicht aber nicht immer ressourcenfressende Fantasy-Videogames in 3D-Optik sein. Es geht auch anders.

Berühmte Beispiele mit großer Viralität aus der Vorinternet-Zeit: Tetris und Moorhuhnjagd.

8. Mit Charity-Aktionen punkten

Spendenaufrufe für einen guten, allgemein anerkannten Zweck kommen immer gut an. Das müssen keine Geldspenden, sondern können auch Sachspenden wie ausgediente Handys zur Wertstoffgewinnung oder ähnliches sein.

9. Lustige Fotos und Videos

Fotos und Videos, die lustige, bislang unveröffentlichte Dinge zeigen, kommen immer gut an und werden gern verlinkt und in den sozialen Netzwerken geteilt. Auch beim Gegenteil ist das der Fall, denn Schockvideos und –fotos haben ein ebenso großes virales Potenzial. Hier sollte man allerdings vorsichtig sein, weil die Reputation darunter leiden könnte.

10. Einzigartige Aktionen

Es gibt Linkbaits, die nur einmal richtig zünden und einen Riesenerfolg haben. Hierzu zählt beispielsweise die Pixelpinnwand „Onemilliondollarpage“, mit der die ein cleverer Engländer im Jahr 2005 online ging, um die einzelnen Pixel seiner Website als Werbefläche für einen Dollar pro Pixel zu verkaufen. Die Aktion war ein großer Erfolg im Gegensatz zu den vielen nachgeahmten Seiten.

Fazit

Linkbaits haben sich beim Linkaufbau bewährt. Sie entsprechen zudem den Google-Richtlinien für natürliches Linkbuilding, weil der Antrieb, einen digitalen Inhalt zu verlinken, ausschließlich vom Nutzer ausgeht. Er bestimmt allein, ob ihm ein Inhalt gefällt beziehungsweise verlinkenswert ist. Wer sich an diesen Tipps orientiert, darf darauf hoffen, dass andere Nutzer die Inhalte finden, verlinken und teilen. Das Besondere am Linkbait ist, dass er ein immenses virales Potenzial entfalten kann. Wie groß die Viralität im Endeffekt ist, lässt sich indes kaum beeinflussen. Hier gilt die Devise: Abwarten und Tee trinken.

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