Wie wichtig ist Bilder-SEO ?

Durch gute Positionen in der Bildersuche zu guten Positionen in den SERPs? Funktioniert das wirklich?

Wenn wir von bezahlten Fotoeinblendungen wie den Google-Shopping-Anzeigen oben oder rechts auf der Ergebnisseite einmal absehen, finden wir thematisch passende Bilder zum Suchbegriff immer häufiger ganz weit vorn in den Suchergebnissen. Da sie meistens an einer der ersten fünf Positionen erscheinen, springen sie immer direkt ins Auge. Für den Nutzer, der sich für die Produktoptik oder andere visualisierte Informationen interessiert, ist das eine tolle Sache. Doch wie kommen die Bilder dorthin und was kann man tun, um eigene Bilder auf die vorderen Plätze der SERPs zu bringen?

Onpage-Optimierung ist für viele gleichbedeutend mit Contentoptimierung, wobei die Texte im Fokus stehen. Das verwundert kaum, ist doch deren Qualität inzwischen zum wichtigsten Rankingfaktor geworden. Doch wie sieht das eigentlich bei Bildern aus? Schließlich beinhaltet Content auch Fotos und Grafiken, über deren Suche sich zusätzliche Besucherströme generieren lassen. Und seien wir mal ehrlich: Lassen wir uns bei unserem Klickverhalten nicht oft von ganz anderen Signalen als dem Titel oder der Kurzbeschreibung im Snippet leiten? Vor allem dann, wenn wir nach einem Produkt suchen und uns einen ersten Eindruck verschaffen wollen. Wetten, dass einer der ersten Klicks auf der Suchergebnisseite immer öfter auf ein Bild trifft?

Beispiele für Bildersuche und -anzeige in den SERPs:

Suche nach Smartphones

Nehmen wir an, ein Nutzer will ein Smartphone kaufen und sich einen neutralen Überblick verschaffen. Der Suchbegriff „Smartphone“ zeigt – was kaum überrascht – erst einmal bezahlte Bildanzeigen am rechten Rand. Ganz unten auf der ersten Seite erscheint dennoch eine kleine Bildergalerie mit einer Auswahl an Geräten. Auch wenn wir nicht sofort sehen, wer sich dahinter verbirgt und diese Bilder erst weiter unten auf der Seite zu finden sind, haben sie mehr Suchrelevanz als vorhergehende Einträge, die von den besten, billigsten oder neuesten Smartphone-Modellen handeln, denn danach haben wir nicht gesucht.

Suche nach Designerlampen oder Designerleuchten

Sucht jemand nach Designerlampen oder Designerleuchten, dann zeigt ihm die Suchergebnisseite eine Auswahl an Bildern und vermittelt ihm einen ersten Eindruck. Natürlich kann der Nutzer auch gezielt nach einem bestimmten Hersteller suchen, sofern er einen kennt. Bei „Artemide“ oder „Flos“ bekommt er erwartungsgemäß eine Modellauswahl der gesuchten Hersteller angezeigt. Die Suche über den Hersteller kann aber auch in die Hose gehen. So zeigt beispielsweise der Suchbegriff „Lumina“ in der Bildersuche zunächst nicht die Lampenkreationen dieses Herstellers, sondern seitenweise Autos, weil der Suchbegriff zugleich auch eine populäre Modellreihe der Marke Chevrolet von General Motors ist. Die ersten Lampenbilder tauchen in der Bildersuche erst ab Seite 13 auf. Ohne den Zusatz „Lampen“ oder „Leuchten“ ist hier nichts zu machen.

Haustürensuche über Bilder

Die neue Haustüre fürs Eigenheim will natürlich zur Optik des Hauses passen. Doch wie sehen Haustüren von heute eigentlich aus? Die Bildersuche liefert gleich mehrere Übersichten von Anbietern, denen das Kunststück gelingt, einen Großteil ihres Sortiments in einem kleinen Bild unterzubringen. Das ist geschickt, denn es suggeriert dem Nutzer Angebotsvielfalt und sorgt für viele Klicks.

Katzenbilder gehören zu den beliebtesten Bildern im Web

Wer sich für „Katzen“ interessiert und diesen Begriff ins Suchfeld eingibt, sieht ebenfalls Bilder, die zum Klicken verleiten. Sie führen aber nicht ausschließlich zu Katzenportalen. Auch „Lisa Lustichs Fun Portal“ hat es mit einem putzigen Katzenbild in der Google-Bildersuche mit diesem Top-Suchbegriff ganz weit nach vorn geschafft. Das ist keine Überraschung, denn Katzenbilder sind schließlich ein Renner im Web und werden besonders gern und häufig geteilt.

Was bringt Bilder SEO für den Traffic?

Die vier Beispiele sollen genügen, um zu verdeutlichen, worum es geht. Optimierte Bilder, die es in der Google Bildersuche unter die ersten fünf schaffen, haben verdammt gute Aussichten auch in den generischen Suchergebnissen ganz oben zu landen – als Bildanzeige versteht sich. Das bietet vor allem den Seiten, die keinen thematischen Schwerpunkt haben die Chance, gute Rankings in den generischen Suchergebnissen zu erzielen. Communitys, Foren und Blogs, die es ansonsten bei populären Suchbegriffen eher schwer haben, können auf dieser Weise ganz vorn mit dabei sein.

Worauf es beim Bilder SEO ankommt

Bildgröße

Auch bei der Bilderoptimierung sind ein paar grundlegende SEO-Regeln zu beachten. Das Bild sollte nicht zu groß, aber auch nicht zu klein sein. Thumbnails selbst werden zwar nicht indexiert, wohl aber das Bild, auf das sie verweisen. Als Mindestgröße gelten 60.000 Pixel, wobei eine Seite zumindest 300 Pixel aufweisen sollte. Auch hochauflösende Bilder sind möglich. Sie sollten aber nicht größer als 1280 x 1020 sein.

Dateigröße

Im eigenen Interesse des Website-Betreibers sollte die Dateigröße des Bildes 150 KB nicht übersteigen, damit die Ladezeiten nicht zu lang werden. Bei Seiten und Bildern mit langer Ladezeit ist sonst die Absprungrate entsprechend groß. Das wäre schade um die Besucher.

Metadaten

Es ist auf jeden Fall vorteilhaft, wenn das Keyword einmal im Dateinamen des Bildes auftaucht. Nicht mehrfach, denn auch hier gilt: Nicht übertreiben! Im Optimalfall stimmen Bildaussage, Keyword und Dateiname überein. Ebenso sollte das Alt-Attribut im img-Tag des Bildes gesetzt sein. Das ist schon aus technischen Gründen hilfreich, denn bei Ladeproblemen des Bildes im Browser sieht der Seitenbesucher keine weiße Fläche, sondern einen Platzhaltertext. Auch Google sieht das gern. Davon abgesehen ist das Setzen des Alt-Attributs seit Veröffentlichung der HTML 4.0 Spezifikationen sozusagen Standard. Optional hingegen sind die Attribute „Title“ und „Longdesc“. Ratsam sind die Einträge trotzdem, wenn die Bildaussage einer ergänzenden Erläuterung bedarf. Das ist häufig bei Businessgrafiken der Fall. Während das Title-Attribut dem Bild einen Titel gibt, dient das Longdesc-Attribut der näheren Beschreibung. Bei Infografiken ist dieses Attribut somit empfehlenswert.

Bildumgebung und Bildunterschrift

Zu den ganz wichtigen Onpage-Faktoren für das Bilderranking bei Google zählt die Bildumgebung auf der Webseite. Der das Bild umgebende Text sollte das Keyword ebenso enthalten wie die Bildunterschrift. Am besten ist es, wenn der Text um das Bild herum das Bild beschreibt oder sich darauf bezieht. Wenn das Keyword für das Bild jetzt noch im Seitentitel auftaucht, ist das ein Indikator für Relevanz und macht die Onpage-Optimierung für das Bild so gut wie perfekt.

Suchfilter / SafeSearch

Google und andere Suchmaschinenbetreiber bieten einen SafeSearch-Filter, der nicht jugendfreie Inhalte aus den Suchergebnissen ausschließt. Damit ein Bild von den Crawlern nicht ignoriert wird, darf es nicht in den Suchfilter hineingeraten. Die „robots.txt“-Datei, mit der sich Seiten oder Website-Elemente von der Indexierung ausschließen lassen, ist daraufhin zu überprüfen. Andererseits muss ein Bild, das Google möglicherweise als nicht jugendfrei einstufen könnte, unbedingt in diese Datei hinein, damit es für die Indexierung gesperrt ist. Andernfalls könnte es passieren, dass die Seite in den SafeSearch-Filter gerät und Google die Website komplett ignoriert. Keines der übrigen Bilder würde dann bei der Indexierung mehr berücksichtigt.

Worauf es beim Bilder SEO nicht ankommt

Dateiformat

In welchem Format das Bild vorliegt, ist völlig irrelevant. Das kann ein .gif, .jpg, .png oder irgendein anderes komprimiertes Dateiformat sein.

Bildfarbe

Ob Bilder farbig oder schwarz-weiß sind, spielt ebenfalls keine Rolle für das Ranking in der Bildersuche.

Bildausrichtung

Gelegentlich wird die Auffassung geäußert, dass querformatige gegenüber hochformatigen oder quadratischen Bildern von Google im Bilder-Index bevorzugt behandelt werden. Das können wir nicht bestätigen, denn ein Blick in das Bilderverzeichnis zeigt, dass alle Ausrichtungen gleichermaßen vertreten sind. Richtig ist, dass Bilder im Querformat (4:3) häufiger geklickt werden. Das hängt aber auch mit Bildinhalten zusammen. Panoramen wirken nun mal im Querformat besser. Bei Porträtfotos hingegen ist die Querausrichtung wenig sinnvoll.

Exif-Daten

Viele Kameras generieren automatisch Informationen zum Aufnahmezeitpunkt, zum Gerätetyp oder auch zum Standort. Diese Daten lassen sich nachträglich editieren oder hinzufügen und werden direkt in die Bilddatei integriert. Google kann diese Daten zwar auslesen – nach bisherigen Erkenntnissen hat das aber keine Auswirkungen auf das Ranking.

Alter des Bildes

Wer glaubt, dass topaktuelle Bilder bessere Chancen haben, im Google-Bilderindex vorn zu landen, irrt. Vielmehr haben ältere Bilder die Nase vorn. Von ihnen existieren viel mehr Kopien im Netz und sie können deshalb eine bemerkenswerte Klickraten-Historie vorweisen. Wer das nicht glaubt, sollte einmal den Begriff „Notebooktastatur“ bei der Google-Bildersuche eingeben. In den Suchergebnissen erscheinen seitenweise Bilder, die drei bis zehn Jahre alt sind und veraltete Standards zeigen.

Unique Content – nicht bei Bildern

Die größte SEO-Überraschung tritt allerdings bei der Offpage-Optimierung von Bildern zutage. Denn während bei Texten „Duplicate Content“ ein absolutes No-Go ist, das zur Abstrafung führt, scheint das für Bilder offensichtlich nicht zu gelten. Dem ist auch so. Je öfter ein Bild auf verschiedenen Unterseiten derselben Website als Hotlink auftaucht, umso besser. Genauso wichtig ist die Streuung über viele Websites. Wird das Bild auf vielen verschiedenen Websites als Kopie verwendet, steigt seine Popularität und damit seine Chancen auf gute Positionen in der Bildersuche. Auch das Social Sharing spielt eine wichtige Rolle. Eine hohe Teilungsaktivität bei einem Bild in den Social Media kann es zum „Star“ machen. Das merkt sich natürlich auch Google, was die Chance auf ein gutes Ranking in der Google-Bildersuche erhöht.

Fazit

Die Bildersuche bietet Webmastern über das klassische SEO hinaus eine zusätzliche Gelegenheit, der Seite zu einer besseren Sichtbarkeit zu verhelfen. Damit kann der Seitenbetreiber nicht nur bessere Positionen in den SERPs erzielen, sondern auch für mehr Traffic sorgen. Ob die zusätzlichen Besucherströme auch mehr Umsatz bringen, hängt noch von vielen anderen Faktoren ab. Wie zuvor aufgezeigt, könnte ein älteres, gut rankendes Bild auch kontraproduktiv sein, wenn das Bild etwas technisch Veraltetes zeigt. Bilder SEO ist daher für Shops weniger interessant, sondern eher etwas für Blogs, Foren und Newsportale.

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