Wann sollte ich Linkabbau betreiben?

Auch wenn es banal klingt: Nach wie vor sind Onpage-Optimierung und Linkaufbau die beiden wichtigsten Maßnahmen bei der Suchmaschinenoptimierung. Doch SEO befindet sich in stetigem Wandel. In den letzten Jahren ist die Anzahl der Websites rasant gewachsen und Google hat als Marktführer bei den Suchmaschinen seinen Algorithmus im Zuge diverser Updates immer weiter verfeinert. Infolgedessen hat es zahlreiche Seiten erwischt, die der Suchmaschinenriese aufgrund von Richtlinienverstößen im Index herabgestuft beziehungsweise gar nicht erst aufgenommen hat. Die Folgen sind bekannt: Nichtsichtbarkeit in den Suchergebnissen. Das alles geschieht nicht durch Geisterhand, sondern dahinter steckt eine Methode: der Google-Algorithmus. Er entscheidet über die Rankingposition in den Suchergebnissen. Besonders hart trifft es die Seiten, die durch eine manuelle Abstrafung ins Abseits geraten. In den meisten Fällen liegt das an einem Linkprofil, welches zu viele unnatürliche Verlinkungen aufweist und deshalb dem Spam-Team von Google direkt ins Auge springt.

Seit Google Penguin ist nichts mehr so, wie es war

Google Penguin 3.0Linkprofile, die unnatürliche Verlinkungen aufweisen, entstehen nicht nur durch zu viele Spamlinks, sondern auch durch gekaufte Links von Linkfarmen. Zwar sind diese längst ein No-Go geworden, doch viele Websites waren in ihren Anfängen, als SEO noch kein Thema war, auch durch gekaufte Links nach vorn gerutscht. Deren Betreiber sind nun verunsichert, ob das vielleicht nicht irgendwann auffliegt und sie der Bannstrahl von Google eines Tages treffen wird. Nicht nur für diese Seitenbetreiber gilt: Es ist höchste Zeit über einen Linkabbau nachzudenken, der – so kurios es klingen mag – sich inzwischen zum dritten Standbein beim SEO entwickelt hat.

Seitdem der Marktführer Google mit den Penguin-Updates unmissverständlich klargestellt hat, was er unter Manipulationen versteht und ankündigte, diese fortan rigoros abzustrafen, dürfte so mancher Seitenbetreiber kalte Füße bekommen haben, wenn es ihn nicht schon längst erwischt hat und seine Seite durch eine manuelle Abstrafung einen schmerzlichen Rankingverlust erleiden musste. Wenn dieser Fall bereits eingetreten ist, hilft nur ein verbessertes Linkprofil durch konsequenten Linkabbau, um im Laufe der Zeit wieder aus dem Ranking-Keller herauszukommen.

Sichtbarkeitsverlust wegen Penguin 3.0

Gerade am letzten Wochenende (Stand 04.11.2014) zeigten alle große SEO-Tool-Anbieter wie XOVI und Sistrix massive Schwankungen bei einer Vielzahl der Domains. Hier sind sicherlich einige sehr große Verlierer dabei gewesen. Aber überall wo es Verlierer gibt, gibt es auch Gewinner. Bei uns im Portfolio ist ganz klar zu sehen, dass alle Kunden, die über die letzten 2-3 Jahre sorgfältiges Linkbuilding über hochwertige Inhalte betrieben haben, starke Rankingzuwächse verzeichnen können.

Gekaufte Links sind problematisch

Linkabbau ist allerdings leichter gesagt als getan, denn bei gekauften Links, weiß man oft nicht mehr, als dass sie zwar von einst gut rankenden Seiten kamen, deren Unterseite man inzwischen längst vergessen hat. Nach heutigen Maßstäben sind es meistens Seiten mit minderwertigen Inhalten, die entweder gar nicht mehr ranken oder unter Umständen gar nicht mehr existieren. Um in diesen Fällen einen Überblick zu bekommen, braucht man Expertenhilfe durch SEO-Spezialisten und Tools zur Ermittlung eingehender Backlinks, die das Linkprofil zuverlässig analysieren und unnatürliche Verlinkungen ausfindig machen. Vor allem braucht man aber eines: viel Geduld. Denn selbst wenn Kontaktdaten zu den betreffenden Domaininhabern verfügbar sind, ist der Abbau eines jeden unerwünschten Backlinks mit mindestens einem Kommunikationsakt verbunden. Ob der Kontakt rasch zur gewünschten Beseitigung des Backlinks führt, lässt sich allerdings nur schwer vorhersagen.

Was ist mit toten Backlinks?

Häufig sind viele Linkquellen nicht mehr aktuell und verweisen auf eine 404-Seite, weil sich beispielsweise die eigene Domain oder Unterseite im Laufe der Zeit geändert hat. Handelt es sich dabei um einen wertvollen Backlink, dann sollte man den Linkgeber unbedingt bitten, die aktuelle URL zu verwenden. Was aber, wenn es sich um einen unerwünschten Backlink handelt? Kann man diesen dann getrost in der Hoffnung ignorieren, dass er für Google nicht mehr relevant ist und keine negativen Auswirkungen mehr auf das Ranking hat? Das ist in der Tat eine schwierige Frage. Fakt ist, dass Seiten mit den unerwünschten (toten) Linkquellen irgendwann aus dem Index verschwinden. Doch sind sie wirklich für Google nicht mehr relevant? Hat Google in den unendlichen Weiten seiner Rechenzentren vielleicht nicht doch irgendwo ein Archiv für gelöschte Seiten, die nicht mehr im Index vertreten sind? In dem Fall wäre ein Backlink von einer nicht mehr existenten Seite mit minderwertigen Inhalten eine Art Kainsmal, das eine Seite nie mehr loswerden würde. Dies ist zwar eine spekulative Annahme, würde aber erklären, weshalb manche Domains als verbrannt gelten, nachdem eine manuelle Abstrafung erfolgte, und von Google dauerhaft missachtet werden. Wissen wir doch alle, dass das Internet nichts vergisst und Google als einer der größten Player im Web, die Spielregeln maßgeblich beeinflusst.

Gegen diese These spricht allerdings, dass Google mit der Disavow-Funktion eine Möglichkeit geschaffen hat, Backlinks für ungültig zu erklären zu lassen. Ein entsprechendes Tool wurde von Google bereits im Oktober 2012 eingeführt – vor dem Penguin 2.0 Update. Besser ist es natürlich, den unerwünschten Link endgültig entfernen zu lassen. Das gelingt allerdings nur in Zusammenarbeit mit dem Domaininhaber.

Vieles spricht dafür, mit dem Linkabbau alsbald zu beginnen. Insbesondere dann, wenn bekannt ist, dass eine Seite viele unnatürliche Verlinkungen hat. Die beste Strategie, um einen späteren aufwendigen Linkabbau zu vermeiden, ist logischerweise ein natürlicher Linkaufbau. Doch hilft diese Strategie Seitenbetreibern nur dann, wenn das Kind noch nicht im Brunnen liegt, also das Linkprofil noch nicht durch Verlinkungen mit minderwertigen Seiten beschädigt ist.

Vorbeugen ist besser als heilen

Was für die medizinische Versorgung zutrifft, gilt im übertragenen Sinne auch für SEO. Am besten hilft es, beim Aufbau des Linkprofils unnatürliche Verlinkungen konsequent zu vermeiden, damit eine automatische oder manuelle Abstrafung durch Google erst gar nicht eintreten kann. Das betrifft aber eigentlich nur Webseiten mit einer neuen Domain, die es bislang noch nicht gab. Die meisten anderen Websites, vor allem die, die schon lange im Netz sind, haben mit Sicherheit den einen oder anderen Backlink, der ihrer Seite nicht guttut. Um das herauszufinden, kommt man um die Backlink-Analyse als erstem Schritt zum Linkabbau nicht herum. Als Erstes empfiehlt es sich, alle schädlichen Backlinks zu dokumentieren und Prioritäten zu setzen. Eingehende Links von Seiten ohne Themenrelevanz und grottenschlechten Rankings sollten beim Linkabbau die höchste Priorität haben. Schwieriger gestaltet sich die Entscheidung bei Backlinks, bei denen der Laie nicht auf Anhieb erkennen kann, ob sie eher schaden oder nicht. Gerade die grenzwertigen Backlinks verunsichern die meisten Webmaster. Ob ein Linkabbau ratsam ist, kann eigentlich nur ein Experte klären, indem er diese Backlinks einer manuellen Bewertung unterzieht.

Wann ist professioneller Linkabbau unumgänglich

Wenn eine Webseite trotz sorgfältiger und nachhaltiger Maßnahmen im Bereich der Suchmaschinenoptimierung sich über Monate hinweg nicht vom Fleck bewegt, kann es an einigen minderwertigen Backlinks liegen, die seit einer frühen Phase auf die Seite verlinken. In diesem Fall ist das Linkprofil zu analysieren, um schädliche Backlinks zu identifizieren. Ohne Linkabbau lässt sich sehr wahrscheinlich auch bei Inhalten mit hohem Lesernutzen und hinzukommenden Backlinks von hoher Qualität kaum eine Ergebnisverbesserung in den Suchergebnissen bei Google erzielen. Die Sichtbarkeit der Seite nimmt zwar nicht ab – lässt sich aber auch nicht mehr spürbar verbessern. Wenn allerdings ein plötzlicher Rankingverlust eintritt und die Webseite regelrecht abstürzt, kann das gravierende wirtschaftliche Auswirkungen nach sich ziehen. Ein systematischer Linkabbau wird dann zur zwingenden Maßnahme, um zu retten, was noch zu retten ist. Die klassischen SEO-Maßnahmen helfen in dem Fall kaum weiter, und wenn jetzt nicht schnell gehandelt wird, ist der weitere Rankingverlust vorprogrammiert. Oftmals (aber nicht immer) steht vor dem Rankingabsturz eine manuelle Abstrafung, das heißt eine schriftliche Benachrichtigung über die Webmaster Tools von Google über unnatürliche Verlinkungen. Der Seitenbetreiber hat es jetzt schwarz auf weiß, dass sein Linkprofil nicht den Google Richtlinien entspricht. Spätestens jetzt besteht dringender Handlungsbedarf in Sachen Linkabbau.

Backlinks von minderwertigen Seiten zu entfernen, ist in aller Regel zeitaufwendig. Sogenannte Backlink-Checker helfen dabei, Backlinkprofile zu erstellen, die neben den Linkquellen auch Ankertexte und Linkziele umfassen. Nach Möglichkeit sollte man mehrere Tools einsetzen, um sich ein möglichst vollständiges Bild zu verschaffen. Nachdem man einen Link eindeutig als schädlich identifiziert hat, muss man den Domaininhaber als Linkgeber herausfinden und kontaktieren.

So sollte man beim Linkabbau vorgehen:

– Backlink-Analyse / Backlinkprofil erstellen
– Bewertung und Klassifikation der verschiedenen Linkquellen
– Linkgeber schädlicher Verlinkungen herausfinden
– Kontakt zum Linkgeber suchen
– Linkgeber um Entfernung der Verlinkung bitten

Es versteht sich von selbst, dass jede Maßnahme sorgfältig dokumentiert sein will, denn unerwünschte Verlinkungen lassen sich nicht in einem Schritt abbauen. Mit einer Dokumentation behält man stets den Überblick über den Fortschritt beim Linkabbau.

Der Linkgeber muss mitziehen

Der Linkabbau gelingt allerdings nur dann, wenn der betreffende Domaininhaber bereit ist, den Link von der Seite zu entfernen und dies auch tatsächlich umsetzt. Reagiert der Linkgeber nicht oder kann man diesen nicht erreichen, dann hilft nur noch das Disavow-Webmaster-Tool von Google. Hier kann der Seitenbetreiber Links für ungültig erklären, die seiner Meinung nach, der Seite schaden. Dieses Tool ist für Experten gedacht und sollte nur mit größter Vorsicht eingesetzt werden, um Nachteile für die Sichtbarkeit in den Suchergebnissen zu vermeiden. Hierauf weist Google auf der Supportseite ausdrücklich hin. Viele setzen das Tool vorschnell ein und schaden sich dadurch selbst, weil sie fälschlicherweise annehmen, dass bestimmte Links dem Linkprofil schaden. Dabei können mitunter hochwertige Backlinks aus vertrauenswürdigen Quellen unter die Räder kommen, was die Suchergebnisse negativ beeinflusst.

Grundsätzlich gilt aber: Google will sehen, dass Ihr Euch anstrengt. Das Disavow-Tool zu bedienen geht einfach und schnell. Unsere Empfehlung ist hier, dass Ihr mindestens 50-70% der toxischen Backlinks abbaut und den Rest entwerten lassen. Die Disavow-Variante sollte aber IMMER der letzte Schritt sein.

Fazit

Im Zuge der Weiterentwicklung es Google-Algorithmus haben sich inzwischen über 200 Faktoren herauskristallisiert, die das Ranking beeinflussen. Besonders negativ wirken sich Manipulationen am Linkprofil aus. Gekaufte Links und Backlinks von Seiten, die Google als minderwertig einstuft oder ohne Themenrelevanz sind, haben einen besonders negativen Einfluss auf das Ranking der eigenen Seite in den Suchergebnissen. Hiergegen hilft nur eine konsequente Bereinigung des Linkprofils durch systematischen Linkabbau bzw. durch die Veränderung der bestehenden Links.

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