Die Kosten für Inhouse-SEO werden häufig unterschätzt. Sind sie wirklich niedriger?

inhouse oder outsourcingKleine und mittelständische Unternehmen mit eigener Website stehen oft vor der Frage, ob Sie Suchmaschinenoptimierung (SEO) selbst betreiben oder eine externe Agentur damit beauftragen sollen. Es sprechen viele Gründe dafür, externen Expertenrat hinzuzuziehen, aber nur wenige dagegen. Während beim Webdesign vielleicht noch viel Geld investiert wird und externe Agenturen beauftragt werden – wenn es um SEO geht, denken manche Manager und Firmeninhaber, dass das die eigenen Leute doch eben mal nebenher erledigen können. Sofern die Website „nur“ als Visitenkarte dient, sind Fehler beim Linkaufbau vielleicht bis zu einem gewissen Grad verschmerzbar. Will der Websitebetreiber mit seinem Projekt eine wirtschaftliche Existenz begründen oder nachhaltig sichern, kann diese Entscheidung fatal sein.

Was spricht eigentlich für Inhouse-SEO?

Nicht viel. Oft ist einfach nur die Knappheit des Budgets der ausschlaggebende Grund für Selfmade-SEO. Das heißt andererseits, dem Thema wird in vielen kleinen Unternehmen noch nicht die Wichtigkeit beigemessen, die es eigentlich verdient. Die Prioritäten im Unternehmen werden eben noch anders gesetzt. Viele handeln SEO als Nebensächlichkeit ab und sind entsprechend nicht bereit, in diese Maßnahmen viel zu investieren. Allen Ernstes glauben viele sogar über Selfmade- beziehungsweise Inhouse-SEO viel gegenüber einer externen Agentur sparen zu können. Das kann sich jedoch als Trugschluss erweisen, wie noch zu zeigen sein wird.

Millionen Websites dümpeln vor sich hin

Es gibt unzählige Beispiele vor sich hindümpelnder Websites. Sie wurden irgendwann in den 1990ern oder zu Beginn der Nullerjahre erstellt und sind seitdem nie mehr groß geändert worden. Geschweige denn, dass die Betreiber eine ernst zu nehmende Summe in SEO-Maßnahmen investiert haben. Alles, was Off-Page seinerzeit getan wurde, waren ein paar Einträge in Webkataloge und Branchenverzeichnisse, deren Bedeutung jedoch schwindet. Die wenigen seriösen Branchenverzeichnisse, die einen Link auf die Website enthalten, sind in die Jahre gekommen und viele werden ohnehin kaum noch frequentiert. Auch das lässt sich anhand zahlreicher Beispiele belegen. Regional tätige Unternehmen im Bereich Handwerk und Industrie wie Baubranchen, Zulieferer, Entsorger, Spezialmaschinenverleiher und viele andere mehr stehen durch das Internet mehr als je zuvor im Wettbewerb mit überregional auftretenden Anbietern. Sie kommen immer schwerer an Aufträge neuer Kunden, weil sie beispielsweise in Google nicht gefunden werden. Spätestens dann, wenn ein 200 Kilometer entfernter Wettbewerber einen potenziellen Kunden im angestammten „Revier“ weggeschnappt hat, werden manche erst auf die Bedeutung des SEO-Themas aufmerksam.

SEO genauso wichtig wie die Website selbst

Wer heute ein webbasiertes Start-up gründet, setzt sich in aller Regel von Anfang an mit dem Thema SEO auseinander. Trotzdem glauben viele unerfahrene Jungunternehmer immer noch, dass allein die Website-Optik über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Dabei ist es allein der Content, der die Besucher auf die Seite führt. Er muss nicht nur gut sein und den Besuchern einen Mehrwert bieten, sondern er muss auch gefunden werden. Insofern ist die Entscheidung falsch, 80 % in die Webdesign-Optik und nur 20 % in SEO-Maßnahmen zu investieren. Besucher verlassen Seiten nicht vorschnell, weil ihnen die Hintergrundfarbe oder das Layout nicht gefällt, sondern weil die Usability zu wünschen übrig lässt oder die Seite ein technisches Problem hat. Entweder sie lädt nicht richtig oder der Seitenaufbau dauert viel zu lange. Übrigens ist das auch ein SEO-Thema. So schön Flash-Intros sein mögen – sie bringen nicht das Plus an Besuchern, die sich Websitebetreiber davon erhoffen. Klammert man einmal unerfahrene Webmaster, die nichts mit ihrer Website erwirtschaften müssen und Konzerne, deren Marken jeder kennt, aus, dann spricht eigentlich nichts dafür, den Besucher beim Betreten einer Seite mit Animationen zu beglücken. Mehr Besucher bringt das sowieso nicht – im Gegenteil. Viele Besucher werden davon abgeschreckt und verlassen die Seite wieder. Das Gros der Websitebetreiber sollte das Budget also lieber in SEO-Maßnahmen investieren oder auch ins responsive Design stecken, das angesichts der zunehmenden Verbreitung von Mobilgeräten wie Tablets ebenfalls immer bedeutender wird.

Ist selbstgestricktes SEO wirklich die günstigere Alternative?

Erst allmählich entdecken viele, wie wichtig das Thema SEO für sie ist. Offenbar immer noch nicht wichtig genug, um die Maßnahmen systematisch und von spezialisierten Agenturen durchführen zu lassen. Die allermeisten kleinen und mittelständischen Unternehmen verfügen inhouse einfach nicht über die Erfahrungen, die nötig sind, um eine gute Position bei Google & Co. zu erzielen. In Schnellschulungen lassen sich keine SEO-Profis ausbilden, weil das Thema eigentlich zu komplex ist und das erforderliche Fachwissen zudem ständigen Änderungen unterworfen ist. Kaum ein Mitarbeiter für PR und Promotion hat in einem Kleinunternehmen die Zeit, um sich intensiv mit SEO auseinanderzusetzen. So landet das Thema schnell irgendwo zwischen Mailing-Kampagnen und Messevorbereitungen und wird mal so nebenher abgehandelt. Viele Budgetverantwortliche vergessen eben, dass professionelles SEO jahrelanger Erfahrung bedarf und sich nicht in einem Crash-Kurs erschöpfend vermitteln lässt. Beim Selfmade-SEO fallen nicht nur Schulungskosten an, sondern auch andere Opportunitätskosten. Ist eine Website aufgrund einer SEO-Sünde erst einmal von Google abgestraft, ist es schwer, den Fehler wie der auszumerzen. Die dabei entstehenden Kosten können die regulären SEO-Kosten um ein Mehrfaches übersteigen.

Professionelles SEO ist ohne langjährige Erfahrung kaum möglich

Die meisten seriösen SEO-Agenturen in Deutschland betreiben ihr Geschäft nicht erst seit gestern, sondern beobachten seit vielen Jahren SEO-Trends und Entwicklungen am Markt. Sie setzen sich intensiv mit den neuesten Studien von marktbeherrschenden SEO-Instituten auseinander und beobachten akribisch jeden Winkelzug von Google, denn die Gewichtung der Ranking-Faktoren ändert sich in immer kürzeren Zeitabständen. Dieses Know-how lässt sich weder autodidaktisch noch im Schnellkurs innerhalb einer Woche aufbauen, sondern es muss wachsen. Agenturen mit SEO-Schwerpunkt haben sich dieses Fachwissen über viele Jahre erarbeitet und können auf einen reichen Erfahrungsschatz bei der Optimierung von Websites zurückgreifen. Davon profitieren die Kunden in jeder Hinsicht. Professionelle SEO-Begleitung bewahrt sie nicht nur vor Anfängerfehlern, sondern sorgt dafür, dass die Webseiten auch für die Zukunft SEO-technisch gerüstet sind. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass sich durch die enge Kooperation zwischen der SEO-Agentur und dem Kunden Lerneffekte einstellen, die die Mitarbeiter bei entsprechendem Engagement und Interesse befähigen, professionelles Langzeit-SEO selbst zu betreiben.

Fazit

Immer wieder locken Webhoster oder große Agenturen mit SEO-Paketen, bei denen alles ganz einfach zu sein scheint. Mit Slogans wie „SEO leicht gemacht“ oder „gar nicht so schwer“ versuchen sie, ihre SEO-Tools unters Volk zu streuen, als handele es sich hierbei um Sauerbier. Auch Google bietet mit Analytics, Trends, Insights und natürlich den Webmastertools eine Vielzahl an Möglichkeiten für Webmaster ein bisschen SEO zu treiben. Aber Hand aufs Herz: Natürlich haben wir es bei SEO nicht mit einer Geheimwissenschaft zu tun, weil sich Ranking-Trends und Faktoren von jedermann recherchieren lassen. Die Frage ist vielmehr, ob diese Trends auch bis zur letzten Konsequenz verstanden und umgesetzt werden. Denn woran soll ein Laie erkennen, ob es sich bei bestimmten Maßnahmen um eine kurzfristige Mode oder einen langfristigen Trend handelt? Also doch ein Thema für den Experten. Nichts ist so beständig wie der Wandel. Das gilt für die IT-Technik allgemein und für SEO ganz besonders. Wer SEO wirklich ernsthaft selbst betreiben will, kommt nicht umhin, einen eigenen Mitarbeiter dafür abzustellen, der sich schwerpunktmäßig damit beschäftigt. Denn zwei Monate SEO bringen gar nichts, da es sich um eine Daueraufgabe handelt. Wer nicht bereit ist, eine entsprechende Stelle im Bereich Onlinemarketing zu schaffen, die für kontinuierlich gute Backlinks im Sinne eines von Google erwarteten natürlichen Linkaufbaus sorgt, den Markt systematisch überwacht und stetige Verbesserungen umsetzt, sollte von SEO Marke Eigenbau lieber die Finger lassen und das Thema Experten anvertrauen. Denn die Kosten für einen internen SEO-Mitarbeiter plus die externen Kosten für Linkaufbaukampagnen bzw. Programmierer sind oft viel höher, als die Kosten einer professionellen Agentur, die das alles darstellen kann.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Keine Kommentare vorhanden.

Kommentieren

Newsletter abonnieren