The facebook way of life: Wie soziale Netzwerke unser tägliches Leben verändern…

Facebook spielte beim Sturz des ägyptischen Regimes eine entscheidende Rolle. Um der tragenden Rolle des Netzwerkes ein Denkmal zu setzen, haben ägyptische Eltern ihr kleines Mädchen nun „Facebook“ genannt. Was bizarr klingt – und es wahrscheinlich auch ist – verleiht dem Ausdruck, was jeder von uns im täglichen Leben erfährt: Die Macht und Wichtigkeit von sozialen Netzwerken in der heutigen Zeit.

Wir haben uns mal angeschaut in welchen Bereichen social media unser Leben am meisten beeinflusst bzw. was sich dadurch für uns verändert hat…

Partnerschaft

Wie wir bereits berichteten, haben soziale Netzwerke einen bedeutenden Einfluss auf die Scheidungsrate und den Flirtfaktor der Nutzer – auch außerhalb der eigenen Partnerschaft. Facebook greift gravierend in die Prozesse der Beziehungsentwicklung und des Trennungsvorgang von Paaren ein. Durch den Wechsel des Beziehungsstatus ist die Änderung der persönlichen Lebenssituation eines Nutzers innerhalb kürzester Zeit für einen großen Personenkreis ersichtlich. Potentielle Interessenten sehen beim Wechsel von „Vergeben“ auf „Single“, wann das Objekt ihrer Begierde wieder auf dem freien Markt ist. Zudem ist es einfacher, den ersten Kontakt via eines Facebook-Kommentares oder eines „Anstupsens“ herzustellen, als durch eine persönliche face-to-face Ansprache. Durch Mitgefühlsbekundungen bezüglich der für jede ersichtliche Trennung, kann es zur ersten Kontaktaufnahme kommen. Auch im umgekehrten Fall, wenn ein Single plötzlich vergeben ist, kann das Umfeld durch eine Änderung des Beziehungsstatus schnell über den neuen Status Quo informiert werden.

Ein Risiko, das soziale Netzwerke für Nutzer, die sich ein festen Partnerschaft befinden, mit sich bringen, ist das Thema Eifersucht. Ein neu zugefügter Kontakt, ein vom Partner als unangemessen erachteter Kommentar auf der Pinnwand des Herzblattes…all dies kann die Eifersucht und den Kontrollzwang innerhalb einer Beziehung enorm verstärken. Es kann zum regelrechten Zwang werden, das Facebook-Profil des eignen Partners zu „stalken“. Soziale Netzwerke sind also ein idealer Platz zum Flirten, können aber auch Probleme mit sich bringen, die es vor dem social media Hype in dieser Form noch nicht gab.

Freundschaft

Heiß diskutiert im WWW wird der durch soziale Netzwerke in seiner Bedeutung etwas unscharf gewordene Begriff der „Freundschaft“. Schon lange kursieren im Netz Studien über den negativen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Facebook-„Freunde“ und der Fähigkeit zu sozialen Kontakten im wahren Leben.

Wie wenig so manche Facebook-Freundschaft wert ist, verdeutlicht die Werbekampagne einer amerikanischen Fastfood-Kette: Für zehn gekündigte Facebook-Freundschaften gab es einen gratis Burger. Rechnet man sich den Wert eines Freundes anhand des Preises eines Burgers aus, so ist eine Facebook-Freundschaft den Teilnehmern scheinbar nur 37 Cent wert….

Aber auch wenn nicht jeder Freund in sozialen Netzwerken auch in der realen Welt diesem Begriff gerecht wird, und bei jedem Nutzer viele „Freunde“ in der Kontaktliste herum dümpeln, obwohl sie dort nicht erwünscht sind, so sind die Vorteile, die soziale Netzwerke in diesem Bereich mit sich bringen, nicht zu vernachlässigen: Seien es Freundschaften, die unter den Rahmenbedingungen der Globalisierung über Länder oder sogar Kontinente aufrecht erhalten werden können, oder seien es alte Kindergarten- oder Schulfreunde (ja, in diesem Fall ist die ursprüngliche Bedeutung von „Freund“ gemeint), die Dank sozialer Netzwerke wieder einen Platz im Leben des anderen finden – soziale Netzwerke wie Facebook können zur Pflege von wahren Freundschaften beitragen und stellen hier einen wahren Mehrgewinn dar.

Allerdings gilt auch hier wie bei allem im Leben: Alles in Maßen! Wer jede Freundschaftsanfrage annimmt, egal wie bekannt oder lieb ihm die Person ist, der läuft vielleicht tatsächlich Gefahr wertvolle Zeit mit den falschen Personen zu verbringen oder den Blick für den tatsächlichen Wert einer Freundschaft aus den Augen zu verlieren.

Wer jedoch um den Wert von echten Freundschaften weiß, Facebook und andere soziale Netzwerke als Ergänzung zu realer Kommunikation und gelebter Freundschaft heranzieht, der dürfte gute Chancen auf ein Leben mit erfüllenden sozialen Kontakten haben.

Politik

Auch über dieses Thema haben wir schon geschrieben: Der Einfluss von sozialen Netzwerken auf die politische Partizipation der Bürger. Damals hatten wir über den speziellen Fall der Massenaufstände in Ägypten berichtet. Zudem findet ihr im meine-Reichweite-Blog einen Beitrag darüber, wie Politiker – allen voran US Präsident Barack Obama – soziale Netzwerke gezielt für Ihre Wahlkämpfe einsetzen.

In vielen Ländern werden soziale Netzwerke inzwischen als allgemeines Kommunikationsmittel genutzt. Schon immer haben Medien eine große politische Macht besessen, durch Facebook & Co hat sich jedoch eine neue Dimension der sozialen Kommunikation aufgetan. Hier können politisch brisante Themen diskutiert werden und aus vielen Einzelpersonen, die sich vielleicht mit ihrer Meinung zuvor alleine gesehen haben, kann in einer virtuellen Öffentlichkeit eine große, machtvolle Gruppe von Menschen mit den gleichen Interessen entstehen, die zudem noch über eine enorme Reichweite und Schnelligkeit in Sachen Kommunikation verfügt. Regierungen sind sich über die neu entstandene politische Macht im Klaren. Wie wir in unserem Bericht über die Situation in China gezeigt haben, versuchen vor allem diktatorische Regime ihre Bürger aus diesen Gründen von sozialen Netzwerken fern zu halten.

Politiker haben durch soziale Netzwerke die Chance auch Menschen zu erreichen, die sich sonst nicht für politische Vorgänge interessieren, oder die sie über die üblichen Massenmedien nicht erreichen würden. Auch hier gilt: Große Reichweite in kurzer Zeit. Zudem erscheinen Politiker, die sich den neuen Kommunikationswegen des Web 2.0 zugeneigt zeigen, weltoffener und „cooler“ und dürften somit besonders bei Jungwählern hoch im Kurs stehen.

Beruf

Über 50 Prozent aller Arbeitnehmer sind inzwischen Mitglieder von sozialen Netzwerken. Laut verschiedener Befragungen sind über zwei Drittel der Arbeitnehmer von der Wichtigkeit sozialer Netzwerke bei der Jobsuche überzeugt. Dennoch werden die herkömmlichen Online – Jobbörsen weiterhin regelmäßig genutzt und für unverzichtbar gehalten. Die meisten Arbeitnehmer sind sich im Klaren darüber, dass auch Arbeitgeber soziale Netzwerke zur Informationsbeschaffung nutzen, daher sollten alle Besitzer eines Profils sehr genau überdenken, wie sie dieses gestalten und welche Informationen sie hier preisgeben. Die neue Form des legeren Umgangs mit Privatheit in sozialen Netzwerken kann sich negativ auf die Bewerbungserfolge der Nutzer auswirken.

Auch wenn viele Chefs im Bezug auf social media am Arbeitsplatz ein Auge zudrücken: Viele Arbeitnehmer geben zu, dass sie Soziale Netzwerke von ihrer eigentlichen Arbeit ablenken und viel Zeit in Anspruch nehmen. Etwa die Hälfte aller Arbeitnehmer haben von ihrem Firmenrechner aus Zugriff auf Seiten wie Facebook und Twitter, und nicht in allen Firmen gibt es Regeln für einen angemessenen Umgang mit diesen Seiten während der Arbeitszeit. Allerdings empfinden auch etwa dreißig Prozent der Beschäftigten die Informationen, die sie aus sozialen Netzwerken erhalten, als wichtig für Ihre tägliche Arbeit. So können soziale Netzwerke auch eine Bereicherung im Arbeitsalltag darstellen, wenn sie denn für die entsprechenden Zwecke genutzt werden.

Fazit

In allen wichtigen Bereichen unseres täglichen Lebens haben sich durch Facebook, Twitter und Co. gravierende Änderungen ergeben. Nicht alle von ihnen sind positiv, wie so oft gibt es auch hier zwei Seiten der Medaille. In vielen Bereichen hängt der Einfluss der Netzwerke auf die Menschen aber vor allem auch vom mehr oder weniger sinnvollen Umgang der Nutzer mit diesen ab.

In welchen Bereichen hat social media denn Euer Leben verändert?
Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht und was wolltet Ihr zu diesem Thema schon immer mal loswerden?
Lasst es uns wissen, wir freuen uns auf Eure Beiträge!


Über den Autor „Mario Jung“:

Mario Jung ist Geschäftsführer und Chefredakteur der Social Media Agentur „Meine-Reichweite.de“. Mehr Informationen bekommen Sie auf einem der folgenden Webprofile des Autors.

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