Was bezweckt Google mit einer Nebelkerze?

Das Google in seinen Ankündigungen und Neuentwicklungen auch regelmäßig die eine oder andere Nebelkerze versteckt, ist glaube ich mittlerweile kein Geheimnis mehr. Verschiedene Ankündigungen von Google selbst bzw. von Software-Engineer und Head of Google´s Webspam-Team Matt Cutts haben sich einfach nicht bestätigt oder haben auf Dauer zu sekundären Effekten geführt, die eigentlich so nicht vermeldet wurden.

Aber warum macht Google das?

Genau wie der Google Algorithmus an sich, bleibt jede dieser Meldungen im Bereich der Spekulation. Es gibt aber verschiedene Ansätze. Immerhin handelt es sich bei dem Google-Blog und dem Blog von Matt Cutts um eine der Hauptlektüren eines jeden SEO’s.

1. Irrführung der Über-SEO‘s

Ich glaube zwar nicht, dass Google ein grundsätzliches Problem mit der Suchmaschinenoptimierung hat, aber Google ist schon sehr bedacht darauf, dass die Suchergebnisse natürlich erscheinen.
Mit einer Nebelkerze kann Google sicherlich sehr gut filtern, welche Seiten umtriebige SEOs für sich arbeiten lässt und welche nicht.

Ein Beispiel:
Google würde morgen bekannt geben, dass alle Seiten mit dem Metatag „No-SEO“ in naher Zukunft eine Aufwertung bekommen. Was wäre die Reaktion? Mal abgesehen davon, dass dieses Beispiel zu einfach und leicht zu durchschauen wäre, kann man davon ausgehen, dass alle SEO’s, die die beiden besagten Blogs verfolgen, sofort auf Ihren Webseiten (bzw. Kunden-Webseiten) dieses Wort in die Metatags einfügen würden.

Wenn Google jetzt 2 Tage später seinen Spider losschickt und gezielt nach diesem Metatag sucht, wüsste Google sofort, welche Seite Suchmaschinenoptimierung betreibt und welche nicht.
Google könnte jetzt diese Seiten mit einer Abstrafung belegen, um alle anderen Seiten zu stärken und somit wieder natürlichere Suchmaschinenergebnisse zu erreichen.

 2. Irrführung der Konkurrenz

Neben einer Vielzahl an SEOs liest sicherlich auch die Konkurrenz, diese Ankündigungen. Das Microsoft (Bing), Yahoo und alle anderen Suchmaschinenbetreiber jetzt nicht Ihren kompletten Algorithmus aufgrund einer derartigen Ankündigung auf den Kopf stellen, ist mir klar, aber trotzdem verwischt jede Nebelkerze weiter die klare Sicht und führt die Mitbewerber sehr wahrscheinlich zu falschen Rückschlüssen.

Aktuell beschäftigt sich die SEO-Welt wieder mit einer solchen Google-Ankündigung:

Das neue Disavow-Tool von Google könnte wieder so eine Nebelkerze sein. Kurze Erklärung: Mit Hilfe dieser Erweiterung in den Webmaster-Tools kann ein Webseiten-Betreiber sogenannte  „giftige Backlinks“ auf seiner Webseite entwerten lassen.

Das hört sich auf den ersten Moment super an und ist sicherlich für viele SEOs das beste Werkzeug seit dem Google Pinguin-Update. Das würde auch gleich die eingetretene Linkabbau-Flut versiegen lassen.
Die Frage, die sich mir aber stellt: Was sind jetzt wieder giftige Backlinks… Denkt immer dran, ein natürlicher Linkaufbau beinhaltet normalerweise auch eine paar schlechte Links enthalten.  Könnte es vielleicht sein, dass Google auf diese Weise herausfiltern will, welche Webseiten in den Augen der Webseiten-Betreiber schlechte Links darstellen? Kann es sein, dass diese Webseiten, die dann öfter gemeldet werden, vielleicht eine Abstrafung bekommen. Kann es vielleicht auch sein, dass die anderen Webseiten, die ebenfalls gemeldeten Webseiten verlinkt werden, auch abgewertet werden?

Mit Hilfe dieses neuen Disavow-Tools könnte Google eine Art „Meldungs-Service“ installiert haben und ab einer bestimmten Meldehäufigkeit geht dann die Spam-Alarmglocke an.

Es ist gut möglich, dass das Melden der giftigen Backlinks überhaupt keinen positiven Einfluss auf die eigene Webseite hat, sondern man auch selbst abgestraft wird, weil noch andere eigene Linkquellen zu oft gemeldet werden. Frei nach dem Motto: Wer einen giftigen Backlink hat, hat vielleicht auch noch ein paar andere.

Ihr solltet Euch also schon wirklich sicher sein, bevor Ihr dieses Tool benutzt.

Ich möchte aber an der Stelle auch noch mal ausdrücklich betonen, dass ich nicht gesagt habe, dass das Disavow-Tool wirklich eine Google Nebelkerze ist. Es könnte aber sein…

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