Wie nützlich ist das Update von Google Trends?

Tagtäglich werden weltweit viele Millionen unterschiedlicher Suchbegriffe in die Suchmaske bei Google eingetippt. Sie sind nicht nur das tägliche Brot für die Suchmaschine, sondern auch für uns SEOs. Mit dem jüngsten Upgrade seines Dienstes „Google Trends“ bietet der Suchmaschinenriese nun auch in Deutschland ein erweitertes Angebot, mit dem sich die angesagtesten Suchbegriffe nach Kategorien anzeigen lassen. Ist das jetzt eine wirkliche Hilfe für SEOs oder nur eine nette Spielerei?

Google Trends - Beispiel Alcantara

Hitlisten von Anfragehäufigkeiten in ausgewählten Ländern

Für den Laien mag es nett sein, eben mal nachzuschauen, wonach gerade in Großbritannien, den USA oder in Kanada am meisten gegoogelt wird. Denn für viel mehr Länder wird der Dienst bislang noch nicht angeboten. Wohl die wenigsten beherrschen die Sprachen Israels, Japans oder Russlands und können etwas mit den dort gebräuchlichen Schriftzeichen anfangen. Gut, dass es den Dienst jetzt auch für Deutschland gibt und sich tägliche Hitlisten der meistgesuchten Anfragen abrufen lassen. Die globale Suche über alle Kategorien hinweg liefert – wie sollte es anders sein – Suchanfragen nach Themen, welche die Schlagzeilen der jeweiligen Länder beherrschen: von Naturkatastrophen über Sporthighlights bis hin zu politischen und wirtschaftlichen Ereignissen, die gerade brandheiß sind. Für Deutschland war das in den letzten Tagen die Insolvenz einer bekannten Baumarktkette, ein Flugzeugabsturz in San Francisco oder der Wechsel eines Bundesligaspielers zu einem anderen Verein. Vielleicht ganz nett aber nicht wirklich hilfreich, um angesagte Suchbegriffe zu bestimmten Themen zu finden. Es gibt daneben noch die Topcharts, Hitlisten für verschiedene Begriffe wie Autos, Fußballvereine oder Universitäten – leider nur für die Vereinigten Staaten und daher nicht relevant für die Suchmaschinenoptimierung in Germany.

Trends nach Kategorien recherchieren

Mehr Nutzen für die Suchmaschinenoptimierer hierzulande verspricht die Analyse innerhalb verschiedener Kategorien, die man unter „Erkunden“ findet. Diese Auswertung wird im Gegensatz zu den Hitlisten für fast alle Länder angeboten. Auch hier widerspiegeln sich in den Ranglisten aktuelle Geschehnisse beziehungsweise saisonale Interessen von Suchenden. Das verdeutlicht beispielsweise die Kategorie „Freizeitbeschäftigungen“ durch die Ausgabe von Begriffen wie Schwimmbad, Planschbecken oder ganz aktuell „Tour de France“ recht anschaulich. Was das Tool wirklich interessant macht, ist die Möglichkeit, auch andere Zeiträume zu wählen. Es stehen die letzten 7, 30 oder 90 Tage, die letzten 12 Monate sowie die einzelnen Jahre ab 2004 zur Auswahl. Darüber hinaus kann der Nutzer beliebige Zeiträume zwischen Januar 2004 und heute als Zeitrahmen festlegen. Hier lassen sich für bestimmte Themenbereiche eindeutige Trends erkennen. War beispielsweise der Begriff „Linux“ bis einschließlich 2008 unter den Top Ten der angesagtesten Suchbegriffe der Kategorie „Computer und Elektronik“ gelistet, so ist er ab 2009 dort nicht mehr anzutreffen. Die gesunkene Suchnachfrage stellt somit ein Indiz für das zurückgehende Masseninteresse an der Open Source Alternative zum übermächtigen Windows dar. Populäre Suchbegriffe aus anderen Kategorien wie beispielsweise Gesundheit liefern hingegen einen aufschlussreichen Überblick über die Massenaufreger zurückliegender Jahre: Vogelgrippe, Schweinegrippe, EHEC & Co finden sich jeweils nur in den Jahren ihres Auftretens unter den Top Ten dieser Kategorie. So gesehen ist das Trend-Tool für Journalisten und Blogger hochinteressant, da es Stichworte für besonders angesagte Themen der Vergangenheit und Gegenwart aus einem bestimmten Umfeld liefert.

So können SEOs das Trendtool sinnvoll nutzen

Für die Suchmaschinenoptimierung gut verwertbar ist die Möglichkeit, nach selbst gewählten Schlüsselwörtern zu recherchieren. Die Suchhäufigkeit wird für den jeweils gewählten Zeitraum als Liniendiagramm angezeigt und geografisch für die gewählte Region abgebildet. Die nach Suchhäufigkeit sortierte Auflistung verwandter Suchbegriffe liefert zudem interessante Aufschlüsse für weiteres Trafficpotenzial und erleichtert das Auffinden von Synonymen. Betrachten wir einen zeitlos populären Suchbegriff wie beispielsweise „Wellness“, fallen mehrere Dinge sofort auf:

1. Die Suchanfragen treten in den Herbst- und Wintermonaten wesentlich häufiger auf als in den übrigen Jahreszeiten.

2. Als kombinierte Suchanfrage wird „Wellness“ in Verbindung mit „Hotel“ am häufigsten gegoogelt.

2. Die Getrenntschreibung wird über die Jahre hinweg viermal häufiger gegoogelt als die Schreibung in einem Wort (Wellnesshotel).

Für SEO-Agenturen, die Kunden in der betreffenden Branche betreuen, sind diese Informationen natürlich sehr nützlich. Noch mehr Aufschlüsse über Suchhäufigkeit nach einem Keyword liefert Google Trends bei Wahl einer passenden Kategorie oder Subkategorie. Über die deutschlandweite Auswertung hinaus können auch geografische Häufungen von Suchanfragen und somit das regionale Interesse an Suchbegriffen nach Bundesländern und in einigen Fällen auch nach Städten ermittelt werden, die sich sogar noch im zeitlichen Verlauf auf die einzelnen Monate herunterbrechen lassen. Interessant ist auch die Filtermöglichkeit des Suchradars, der sich auf Bilder, News, Produkte und YouTube eingrenzen lässt. Das macht das Tool nicht nur für Blogger und SEOs interessant, sondern liefert beispielsweise auch Shopbetreibern interessante Erkenntnisse, die sich zur Aktualisierung des Angebots verwerten lassen.

Fazit

Auf den ersten Blick ein perfektes Tool für die Keywordrecherche. Bei der Recherche spezieller und weniger angefragter Suchbegriffe kommt das Tool jedoch recht schnell an seine Grenzen. Die Standardantwort lautet unisono: „Das Suchvolumen ist zu gering, um Ergebnisse (bzw. Grafiken) anzeigen zu können.“ Für den professionellen SEO, der auch Keywords mit stark eingeschränkter Suchanfragefrequenz recherchieren muss, kann das natürlich frustrierend sein. Das macht allerdings auch nichts, denn ihm stehen ganz andere Möglichkeiten und Tools zur Verfügung, um die besten Keywords für die Projekte seines Kunden auszuwählen. Google Trends ist eine hilfreiche Ergänzung zu Google Analytics, Google Adwords Keyword Tool und weiteren Tools, um besonders angesagte und populäre Keywords zu recherchieren.

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