Blogger – Geld verdienen mit der „VG Wort“

Neulich habe ich Euch darüber berichtet, wie Ihr mit Hilfe von Flattr und anderen Micropayment Diensten als Blogger Geld verdienen könnt. Heute stelle ich Euch die „VG Wort“ als Einnahmequelle vor.

Was ist die VG Wort?
Bei der VG Wort (Verwertungsgesellschaft Wort) handelt es sich um einen rechtsfähigen Verein kraft Verleihung, der im Jahre 1958 aus einem Zusammenschluss von Autoren und Verlegern entstand. Ziel der VG Wort ist es, wie sie auf ihrer Seite erklärt, „die ihm vertraglich anvertrauten Nutzungsrechte und Vergütungsansprüche seiner Mitglieder und Wahrnehmungsberechtigten treuhänderisch wahrzunehmen.“ Das Geld wir von denen eingenommen, die das geistige Eigentum anderer nutzen und nach festgelegten Verteilungsplänen an Autoren und Verlage weitergeleitet.

Die Einnahmen erfolgen unter anderem aus Abgaben für Drucker und Kopierer, also Dinge mit denen man Kopien von urheberrechtlich geschützten Texten machen kann. Autoren, die an dem Programm teilnehmen, müssen keine Rechte an ihrem geistigen Eigentum abtreten. Im Jahr 2009 waren mehr als 400.000 Autoren und 9.500 Verlage bei der VG Wort registriert.

Wie wird vergütet?
Die Zahlungen werden durch die Einnahmen der VG Wort und den Vergütungsplan bestimmt. Hierzu legt der Verwaltungsrat jährlich die Ausschüttungsquote fest. ! Da die Zahlungen steuerpflichtig sind, müssen diese vom Empfänger in der Steuererklärung ordnungsgemäß angegeben werden !
Seit 2007 vergütet die VG Wort mit dem Projekt METIS (Meldesystem für Texte auf Internet-Seiten) auch Onlinetexte, also auch die Inhalte von Blogs. Urheberrechtlich geschützte Texte im Internet müssen eine Mindestlänge von 1.800 Anschlägen aufweisen. Lyrik ist dabei unabhängig vom Umfang. Der Abschluss eines vollständigen Wahrnehmungsvertrages ist in diesem Fall  nicht notwendig! Zu dem gilt eine Mindestaufrufzahl der Texte, im Jahr 2009 lag diese bei 1.500 Aufrufen. Voraussetzung für die Vergütung ist ein kostenloser und freier Zugang zu den Inhalten für die Nutzer. Im Jahr 2009 wurden für Onlinetexte 616.285 Euro an 2.466 Autoren und 39 Verlage ausgeschüttet.
Ein Blogger berichtet davon, mit der VG Wort 4.300 Euro im Jahr 2009 verdient zu haben. Dabei wurden seine Artikel je nach Klickzahl mit Beträgen zwischen 20 und 30 Euro vergütet.

Registrierung und Einbauen der Zählpixel
Alle Beteiligten müssen sich einmalig beim Onlineportal T.O.M registrieren  Die Texte werden dann mit Zählmarken der VG Wort gekennzeichnet. Für Texte bei denen dies nicht möglich ist, gibt es eine Sonderausschüttung. Nächster Meldeschluss für die Sonderausschüttung von Urhebern im Internet ist am 31.März.
Hier der ganze Vorgang Schritt für Schritt:
•    Onlineformular ausdrucken und ausfüllen.
•    Zählmarken bestellen. Pro Jahr können bis zu 1.000 Stück bestellt werden, pro Bestellung ist eine Anforderung von 1 bis 100 Zählmarken möglich.
•    Ihr erhaltet Zählpixel, die als img-Tag fertig zum einbauen vorliegen, sowie einen privaten Identifikationscode.
•    Texte markiert Ihr, indem Ihr aus der Excel-Liste einen unbenutzten Zählpixel in diesen einbaut. Der Text muss die Mindestzahl an Zeichen erfüllen und natürlich von Euch sein!
•    Wichtig! Für die spätere Meldung solltet Ihr notieren, welchen Zählpixel Ihr für welchen Text verwendet habt.
•    Mitte des Folgejahres bittet die VG Wort um Meldung der Texte, die vergütet werden sollen. Das Ganze ist etwas aufwendig. Im T.O.M. findet ihr unter „Zählmarkenübersicht“ die Marken mit den Mindestklicks. Diese müsst Ihr einzeln anklicken, die Meldung dazu machen und wieder ein Formular ausfüllen.

Vor-und Nachteile der VG Wort
Vorteile:
•    Jeder Blogger und Betreiber einer Webseite kann teilnehmen.
•    Die Qualität der Inhalte ist kein Teilnahmekriterium.
•    Wer fleißig seine Zählpixel einbaut erhält eine jährliche Zahlung.
•    Mit etwas Übung ist der Aufwand zu bewältigen.

Nachteile:
•    Weniger bekannte Blogs können Probleme haben auf die Mindestklickzahl zu kommen.
•    Feedleser werden nicht mitgezählt.
•    Die Meldungen und der Einbau der Pixel sind zeitaufwendig.
•    Je mehr Autoren Vergütungen beziehen, desto kleiner wird das „Stück vom Kuchen“ für jeden. Damit unterscheidet sich das System beispielsweise von Flattr, wo mehr Nutzer auch mehr Geld im „Pott“ bedeuten.

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